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Regionalplan
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Begründung zu II. - Raumstruktur

Begründung zu 1.4 Ehemaliges Zonenrandgebiet


Die Region grenzt im Norden mit 71 km an die ehemalige DDR, im Osten mit 59 km an die frühere CSSR. Sie hatte aus dieser Abgeschlossenheit nach zwei Seiten Nachteile in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen, wie sie in keiner anderen Region Bayerns ähnlich gravierend auftraten. 90 % der Bevölkerung auf rd. 85 % der Regionsfläche lebten im ehemaligen Zonenrandgebiet. Vor allem die Mittelbereiche Hof, Marktredwitz/Wunsiedel, Münchberg, Naila und Selb waren weitgehend von ihren natürlichen Ergänzungsräumen und traditionellen Märkten getrennt und in einer politischbedingten Randlage, die sich durch die Verlagerung der Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte innerhalb der EU immer gravierender auszuwirken drohte.

Die Abgeschlossenheit nach Norden ist entfallen, die Grenze zur Tschechischen Republik bleibt weiterhin Außengrenze Deutschlands und der EU, ist aber sehr viel durchlässiger geworden. Damit kann Oberfranken-Ost langfristig die Vorteile seiner Mittelpunktslage in Europa wieder zur Geltung bringen, ist aber zunächst darauf angewiesen, dass die bisherigen Nachteile so rasch wie möglich abgebaut werden und keine neuen Nachteile entstehen. Sie zeichnen sich mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und der Auflösung von Dienststellen grenzbezogener Einrichtungen ab und sind im Sicherheitsbereich in größerem Umfang zu erwarten.

Aufgrund des schrittweisen Abbaus der Zonenrandförderung müssen in Zukunft neue Förderungsmaßnahmen durchgeführt bzw. ausgeschöpft werden. Dadurch können Engpässe beseitigt und der Nachholbedarf abgedeckt, aber auch durch Umstrukturierungen, Verlagerung von Aufgaben aus dem Binnenland, grenzüberschreitende Entwicklungseinrichtungen o.a. neue Nachteile abgewendet oder zumindest ausgeglichen werden. Künftig können dazu auch vermehrt Hilfen der EU in Anspruch genommen werden.

Die Realisierung der Ziele für die Entwicklung des überwiegenden Teilgebietes der Region hängt wesentlich von der Beseitigung der bisher lagebedingten Nachteile ab. Neben der Aufrechterhaltung und Forcierung von Fördermaßnahmen und Strukturverbesserungen sind vor allem der Bau bzw. Ausbau der immer noch fehlenden überregionalen Verkehrsverbindungen auf Schiene und Straße und die Stärkung des Dienstleistungssektors vordringlich.

Beim weiteren Ausbau von Einrichtungen - insbesondere in den im strukturschwachen Raum liegenden Mittelbereichen Marktredwitz/Wunsiedel, Selb, Kulmbach und Münchberg - sind künftig auch die grenzüberschreitenden Funktionen und Verflechtungen abzustimmen und zu berücksichtigen. Dabei sind entsprechende Einrichtungen in den an die Region Oberfranken-Ost angrenzenden Gebieten einzubeziehen.

Trotz des Abbaus der Zonenrandförderung gelten für die Teilräume des ehemaligen Zonenrandgebietes auch weiterhin die Ziele und Erfordernisse der jeweiligen Gebietskategorien. Das Landesentwicklungsprogramm 1984 räumt den Gebieten, deren Struktur zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig gestärkt werden soll, Vorrang ein und weist darauf hin, dass die Mittelbereiche, deren Struktur außerdem zur Erhaltung gesunder Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig gestärkt werden soll, besonderer Maßnahmen bedürfen. Damit gilt der Vorrang für die unter A II 1.3 genannten Mittelbereiche, vor allem für die Mittelbereiche Marktredwitz/Wunsiedel und Münchberg.

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