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Regionalplan
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Begründung zu III. - Land- und Forstwirtschaft
Zu 2 Forstwirtschaft
Zu 2.1 Erhaltung des Waldes
Der Wald erbringt vielfältige, unverzichtbare Leistungen für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und gesunder Umweltbedingungen. Er hemmt die Erosion des Bodens, speichert und filtert das Trinkwasser und reguliert den Abfluss von Niederschlägen. Er gleicht Temperaturunterschiede aus und beeinflusst die Windverhältnisse, filtert verunreinigte Luftmassen, mindert Lärm, dient der Erholung und ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Darüber hinaus ist er gleichzeitig als wesentlicher Rohstofflieferant ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Seit 1976 werden in der Region zunehmend Luftverunreinigungen festgestellt, die als hauptsächliche Verursacher der starken Waldschäden angesehen werden. Die Schäden haben nach der Waldschadenserhebung 1985 zirka 53 bis 72 Prozent der Waldfläche der Region erfasst. Der Flächenanteil mit mittleren bis starken Schäden beträgt gegenwärtig im überwiegenden Teil der Schadfläche rund 38 Prozent mit zunehmender Tendenz. Besonders betroffen sind Fichtelgebirge und Frankenwald, wo Maßnahmen zur Erhaltung der Wälder besonders dringlich sind, zumal es sich hier um wirtschaftlich bedeutende Fremdenverkehrsgebiete handelt.

Aufgrund seiner großen Bedeutung, des mit rund 39 Prozent gegenüber dem Landesdurchschnitt von 34 Prozent und dem Bundesdurchschnitt von nur 29 Prozent hohen Flächenanteils und der ermittelten starken Schädigung ist die Erhaltung und Wiederherstellung gesunder Wälder in der Region eine der wichtigsten Aufgaben. Da diese von den Betroffenen allein nicht zu lösen ist, muss den umfangreichen Waldschäden durch geeignete und wirksame Maßnahmen auf allen Ebenen, insbesondere auch durch überregionale, zwischenstaatliche und internationale Vereinbarungen und Maßnahmen, dringend entgegengewirkt werden. Das Waldsterben ist eine Komplexerkrankung des Waldbestandes mit vielfältigen Ursachen. Als Hauptursache können Luftschadstoffe gelten, die durch Witterungseinflüsse, zum Beispiel Trockenperioden, Temperaturstürze mit extrem tiefen Temperaturen, in ihren Wirkungen verstärkt werden können. Von den Luftschadstoffen ist Schwefeldioxid der wichtigste Schadfaktor, wie Messergebnisse der lufthygienischen Überwachung ergeben haben. Dieser Erkenntnis tragen insbesondere die regionalplanerischen Ziele zur Luftreinhaltung bei B XII "Technischer Umweltschutz" Rechnung.

Als forstliche Maßnahmen zur Verbesserung der Waldschadenssituation werden seit einiger Zeit die Düngung zur Vitalisierung schwach geschädigter, jüngerer und mittelalter Bestände, zur Vorbereitung der Verjüngung in stark geschädigten Beständen und zur Vorbeugung gegen zunehmende Bodenversauerung auf geeigneten Standorten durchgeführt. Ferner werden Verjüngungsmaßnahmen zur Vermeidung größerer Kahlflächen und zur Begründung möglichst gemischter, stabiler, vitaler und standortgerechter Nachfolgebestände vorgenommen. Durch Bestandspflegemaßnahmen, gezielte Wildbewirtschaftung und allgemeinen Waldschutz sowie eine Zusammenarbeit mit der Wissenschaft werden darüber hinaus unterstützende Maßnahmen zur Walderhaltung durchgeführt.
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