Startseite  |  Impressum  |  Sitemap  |  Datenschutz
Regionalplan
Druckversion
Begründung zu III. - Land- und Forstwirtschaft
Zu 2 Forstwirtschaft
Zu 2.2 Funktionen des Waldes
Zu 2.2.1 Von allen Arten der Landnutzung erfüllt der Wald die vielfältigsten Funktionen, die teilweise nicht von anderen Nutzungsarten übernommen werden können. Keine andere Nutzung bedarf einer solch langfristigen Vorausplanung. Daher müssen direkte und indirekte Auswirkungen auf den Wald und seine beabsichtigten oder tatsächlichen Funktionen bei allen Planungen berücksichtigt werden. Die 148783 ha Waldfläche mit einem Anteil von 39,4 Prozent an der Fläche der Region sollen insgesamt möglichst erhalten werden, um wirtschaftliche und landeskulturelle Aufgaben nicht zu gefährden. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass die Tendenz der Waldflächenzunahme in ohnehin waldreichen Gebieten sich nicht fortsetzt, während durch ständige Flächenverluste in den waldarmen Bereichen die positiven Auswirkungen des Waldes mehr und mehr fehlen.

Nach dem Landesentwicklungsprogramm ist die Sicherung und Steigerung der Holzerzeugung im heimischen Wald ein wichtiges Ziel der Forstwirtschaft. Durch nachhaltige Bewirtschaftung wird die Erzeugung des volkswirtschaftlich wichtigen Rohstoffes Holz gefördert. Der Sicherung und Verbesserung der Nutzfunktion kommt deshalb besondere Bedeutung zu.

An vielen Standorten erfüllt der Wald Schutzfunktionen. Gegenüber anderen Landnutzungen und gegenüber der Holzerzeugung müssen diese vorrangig aufrechterhalten werden. Die Standorte und Maßnahmen werden im Waldfunktionsplan festgelegt:

Es handelt sich um folgende Funktionen:
- Gewässerschutz

Der Wald erfüllt in festgesetzten und geplanten Wasserschutzgebieten sowie in deren Grundwassereinzugsgebieten wichtige Funktionen. Er trägt dazu bei, das Grundwasser vor Verunreinigungen und konkurrierenden Nutzungen zu schützen und dient somit auch der Sicherung der Trinkwasserversorgung.
- Immissionsschutz

Der Wald mindert schädliche oder belästigende Immissionen von Staub, Erosionen und Gasen. Er schützt Siedlungen, Erholungsbereiche sowie land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen vor Nachteilen dieser Immissionen und verbessert die Luftqualität eines Gebietes. Laut Waldfunktionsplan ist dies unter anderem entlang der "Fränkischen Linie", einer geologischen Störung am westlichen Rande des Frankenwaldes und des Fichtelgebirges (Stadtsteinach, Wirsberg, Goldkronach, Weidenberg) erforderlich.
- Bodenschutz

Der Wald kann vor Wasser- und Winderosion schützen und Bodenrutschungen verhindern oder hemmen. Diese Funktion ist an Hängen und auf Flächen, die wegen ihrer geologischen Beschaffenheit rutschgefährdet sind, besonders wichtig.
- Klimaschutz

Das Klima des Oberzentrums Bayreuth wird wesentlich durch die Lage im Talkessel des Roten Mains bestimmt. Hier erfüllen die Waldgebiete im unmittelbaren Stadtbereich die Funktion eines regionalen Klimaschutzwaldes, indem sie Extremwerte der Temperatur mildern.
- Erholungsfunktion Der Wald vermittelt die Begegnung mit einer naturnahen, lärmarmen Umgebung und bietet ein Kontrasterlebnis zur städtischen Umwelt. Darüber hinaus ermöglicht er durch seine freie Zugänglichkeit und Flächenausdehnung eine Vielzahl erholsamer Betätigungen. Sein günstiges Kleinklima trägt zur physischen und psychischen Regeneration der Besucher bei. Schutz- und Erholungsfunktionen können am besten von standortgerechten Mischwäldern oder reinen Laubwäldern wahrgenommen werden. Insofern kommt der Erhaltung der Laub- und Mischwaldbestände besondere Bedeutung zu.
Zurück