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Regionalplan
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Begründung zu III. - Land- und Forstwirtschaft
Zu 3 Flurbereinigungsplanung
Zu 3.1 Flurbereinigungsverfahren
Die Flurbereinigung als wirksame Maßnahme zur Neuordnung des ländlichen Raumes, insbesondere zur Bodenordnung in Flur, Wald und Ortsbereich, hat vor allem die Agrarstruktur zu verbessern sowie die allgemeine Landeskultur und die Landentwicklung zu fördern. Planungen und ihre Verwirklichung sind nicht nur nach landwirtschaftlichen Erfordernissen, sondern unter Berücksichtigung der öffentlichen Interessen, insbesondere der allgemeinen Landeskultur, ausgerichtet. Sie umfassen vor allem Vorhaben zur Bodenordnung, zum ländlichen Wegebau, zur Wasserwirtschaft und zum Bodenschutz, zur Dorferneuerung, zur Landschaftspflege, zum Biotopschutz und zur Freizeit und Erholung.

Wegen der Verflechtung eines Flurbereinigungsgebietes wird die anzustrebende Ordnung am besten erreicht, wenn Flurbereinigungsverfahren für mehrere Gemeinden eines Nahbereichs oder für ganze Nahbereiche angeordnet werden. Eine sinnvolle Neuordnung erfordert darüber hinaus die sorgfältige sachliche und zeitliche Koordinierung aller raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen unter Berücksichtigung der Planungen und Erfordernisse auch in angrenzenden Bereichen.
Für eine rationelle einzelbetriebliche Landbewirtschaftung im Voll-, Zu- oder Nebenerwerb sowie in der überbetrieblichen Zusammenarbeit ist eine bewirtschaftungsgerechte Agrarstruktur notwendig. Dies ist auch am Umstrukturierungsprozess als Folge der Konkurrenzsituation in der Bundesrepublik Deutschland und in der Europäischen Gemeinschaft zu erkennen, der in der Region noch nicht abgeschlossen ist. Deshalb bedarf die Agrarstruktur der Region dringend weiterer Verbesserung.

Bestehende Mängel in der Flur und im Ortsbereich können durch Ordnungsmaßnahmen der Flurbereinigung beseitigt werden. Eine ausreichende Erschließung des ländlichen Grundbesitzes und die Zusammenlegung zu großen, zweckmäßig geformten Flächen ermöglicht eine rentable Landbewirtschaftung. Die Flurbereinigung soll dabei auch die allgemeine Landeskultur fördern und zur Sicherung einer ökologisch gesunden Umwelt beitragen.

Im Interesse der Allgemeinheit, zur Förderung der allgemeinen Landeskultur sowie zur Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft sollen deshalb Flurbereinigungsverfahren vordringlich in Teilen der Nahbereiche Bayreuth, Hollfeld, Marktredwitz, Selb, Waischenfeld, Waldershof und Wunsiedel angeordnet und durchgeführt werden sowie in Teilen der Nahbereiche Arzberg, Bad Berneck i. Fichtelgebirge, Bayreuth, Betzenstein, Bindlach, Brand/Ebnath, Creußen, Feilitzsch/Trogen, Helmbrechts, Hof, Hollfeld, Kirchenlamitz, Kulmbach, Mainleus, Marktleuthen, Marktredwitz, Neuenmarkt/Wirsberg, Oberkotzau, Pegnitz, Pottenstein, Rehau, Schwarzenbach a. d. Saale, Sparneck, Speichersdorf, Thiersheim, Thurnau, Weidenberg, Weißenstadt und Wunsiedel durchgeführt und abgeschlossen werden.

Raumbedeutsame Planungen und Großbaumaßnahmen beanspruchen meist erhebliche Flächen und stellen zugleich große Eingriffe in Landschaft, Landeskultur und Naturhaushalt dar. Im Rahmen der nach § 87 FlurbG angeordneten Unternehmensflurbereinigungen können die benötigten Flächen über einen größeren Kreis von Grundstückseigentümern bereitgestellt werden und der Flächenabzug so begrenzt bleiben, dass die Existenz der einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe nicht gefährdet wird. Deshalb sollen alle Möglichkeiten genutzt werden, um schon vor der Anordnung des Flurbereinigungsverfahrens frei werdende Grundstücke zum Zweck der Landaufbringung für das Unternehmen zu erwerben (vorsorglicher Landzwischenerwerb). Die dabei entstehenden landeskulturellen Nachteile, zum Beispiel Betriebs- und Wirtschaftserschwernisse durch schlechtgeformte Restgrundstücke und Durchschneidungsschäden, können dabei durch Bodenordnung und Ausbau neuer Wirtschaftswegenetze weitgehend behoben werden.
In der Region wird die Neuordnung der Grundbesitzverhältnisse durch Flurbereinigung seit langem durchgeführt. Größere Gruppenflurbereinigungen wurden in den letzten 10 Jahren insbesondere im ehemaligen Zonenrandgebiet abgeschlossen. Darüber hinaus sind zahlreiche Verfahren, deren Schlussfeststellung in den nächsten Jahren erwartet wird, in allen Regionsteilen anhängig. In größeren Teilräumen ist weiterhin die Neuordnung aufgrund agrarstruktureller, infrastruktureller und landschaftsbezogener Erfordernisse vordringlich. Dabei sollten Flurbereinigungen vorrangig dort angeordnet werden, wo die Bevölkerung ihre Notwendigkeit erkannt hat. In jährlichen Arbeitsprogrammbesprechungen wird das Arbeitsprogramm der Flurbereinigungsdirektion Bamberg mit anderen Fachplanungen abgestimmt und eine Auswahl der vordringlichen Neuordnungsräume nach Zeitstufen getroffen. Der Umfang der Neuordnungsräume steht auch in engem Zusammenhang mit der Finanzsituation der öffentlichen Hand. Seit 1981 haben Mittelkürzungen erhebliche Zeitverzögerungen bei der Neuordnung wie bei der Durchführung angeordneter Flurbereinigungen verursacht.
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