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Regionalplan
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Begründung zu IV. - Gewerbliche Wirtschaft
Zu 3.1 Gewinnung, Sicherung und Erkundung von Bodenschätzen
Zu 3.1.3 Nachfolgenutzung

Für die Gewinnung von Bodenschätzen werden in der Region ausschließlich land- und forstwirtschaftliche Flächen in Anspruch genommen. Soweit dies mög­lich und ökologisch oder hydrologisch vertretbar ist, sollen diese Flächen wieder ihrer ur­sprünglichen Nutzung zugeführt werden.

Wegen der Beschaffenheit und Menge des Auffüllungsmaterials oder der Priorität an­derer Nutzungen können und sollen nicht alle Abbaugebiete wiederverfüllt und ihrer ursprünglichen land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden. Deshalb sind für die Vorranggebiete Folgenutzungen vorgesehen, die in hohem Maße ökologische Belange berücksichtigen. Ehemalige Abbaugebiete können wertvolle Rückzugsgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten oder Trittsteine im Sinne eines Biotopverbundsystems sein.

Baggerseen eignen sich gut für die Freizeit- und Erholungsnutzung. Dabei ist je­doch darauf zu achten, dass diese Gebiete eine günstige Lage zu den Siedlungs­schwerpunkten haben und verkehrstechnisch gut erreichbar sind. Dies dient insbesondere der Schonung anderer Bagger­seen, deren Nachfolgenutzung als ökologische Ausgleichsflächen bzw. Biotop oder die Sportfischerei vorgesehen ist.

Abbauflächen, die für eine land- und forstwirtschaftliche Nutzung rekultiviert wer­den sollen, müssen in vielen Fällen wiederverfüllt werden, um den Bewirtschaf­tungsanforderungen ent­sprechende Flächen zu erhalten. Dabei bietet sich an, diese Flächen für die Ablagerung von Bauschutt und Erdaushub heranzuziehen, sofern damit keine Gefährdung von Grund- und Oberflächenwasser verbunden ist. Bei landwirtschaftlicher Folgenutzung sind außerdem be­stimmte Qualitätsan­forde­rungen an das Auffüllmaterial und die Mächtigkeit des aufzubauenden Ober- und Unterbodens einschließlich der Krume zu stellen. Vor einer Auffüllung sollten des­halb das zuständige Amt für Landwirtschaft und Bodenkultur und das zustän­dige Was­serwirtschaftsamt zur Beratung, bei forstwirtschaftlicher Folgenutzung das zuständige Forst­amt herangezogen werden.

Bei den in Ziel B IV 3.1.3 tabellarisch zusammengestellten Nachfolgenutzun­gen für die in Karte 2 "Siedlung und Versorgung" ausgewiesenen Vorrang­gebiete sind bei ausreichender Größe eines Vorranggebietes auch mehrere Nachfolgenutzun­gen möglich, die aber untereinander verträglich sind. Auf ein mögliches Miteinan­der soll schon bei der Abbauplanung Rücksicht ge­nommen werden.

Vorbehaltsgebiete für Bodenschätze dürfen sich mit landschaftlichen Vorbehaltsgebiete nur dann überlagern, wenn der Abbau zu keinen erkennbaren Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft führt. In diesen Fällen müssen für Vorbehaltsgebiete zur Gewinnung von Bodenschätzen zwingend Nachfolgenutzungen im Regionalplan festgesetzt werden, und zwar derart, dass sie mit dem Zweck der Ausweisung des Gebietes als landschaftliches Vorbehaltsgebiet vereinbar sind ("ökologische Ausgleichsfläche/Biotop"). Bei den betroffenen Vorbehaltsgebieten ist dies der Fall.