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Regionalplan
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Begründung zu IV. - Gewerbliche Wirtschaft
Zu 3.1 Gewinnung, Sicherung und Erkundung von Bodenschätzen

Zu 3.1.1 Rohstoffsicherung

Die heimischen Lagerstätten bilden eine wichtige Versorgungs­grundlage vieler Industriebetriebe in der Region und wirken preisregulierend auf den Rohstoff­märkten. Der Lagerstättensicherung kommt deshalb für eine lang­fristige Rohstoff­versorgung eine besondere Bedeutung zu.

Die in der Region vorkommenden Bodenschätze werden mit Ausnahme der Schiefergrube Lotharheil bei Geroldsgrün ausschließlich im Tage­bau gewonnen. Dafür werden oft größere Flächen benötigt, die teilweise durch konkurrierende Nutzungen beansprucht werden. Um Nutzungskonflikte zu ver­meiden und gleich­zeitig eine gezielte Lagerstättensicherung zu ermögli­chen, wer­den im Regional­plan Vorrang- und Vorbehaltsgebiete ausgewiesen, deren Größe in der Regel 10 ha über­schreitet.

Als Vorranggebiete werden Rohstoffvorkommen ausgewiesen, in denen andere Nutzungen gegenüber der Gewinnung von Bodenschätzen zurücktreten müssen. Dabei sind sowohl Gebiete ausgewiesen, in denen Bodenschätze zur Deckung des derzeitigen und künftigen Bedarfs bereits abgebaut werden, als auch Ge­biete, in denen die spätere Gewinnung bereits heute sichergestellt werden muss. In der Region sind insgesamt ca. 1400 ha Vorranggebiete ausgewiesen; das ent­spricht ca. 0,4% der Gesamtfläche.

Für die Gewinnung von Bodenschätzen sind dort in der Regel keine Raumord­nungs­verfahren erforderlich. Im Einzelfall gebotene Verwaltungsverfahren nach dem Berg-, Bau-, Wasser-, Immissionsschutz- und Naturschutzrecht bleiben un­be­rührt. Außerdem sind Rechtsvorschriften wie das Denkmalschutzgesetz zu be­rücksichtigen.

Eine parzellenscharfe Abgrenzung der Vorranggebiete ist nicht im Sinne der Re­gionalplanung und auch auf Grund des Kartenmaßstabes der Regionalplankarte 2 "Siedlung und Versorgung" nicht möglich. Deshalb sind Abgrenzungsfragen im Detail im Rahmen der Bauleitplanung oder sonstiger Genehmigungsverfahren zu klären.

Da beim Abbau von Bodenschätzen erhebliche Geräuschimmissionen auftreten können, sind Gesichtspunkte des Immissionsschutzes besonders zu berücksich­tigen. Deshalb wurde bei der Ausweisung der Vorranggebiete darauf geachtet, dass beim Fehlen natürlicher abschirmender Geländeverhältnisse oder künstli­cher Schallschutzmaßnahmen ein Mindestabstand von 300 m zu reinen Wohn­gebieten eingehalten wird. Beim Abbau von Festgesteinen sind in der Regel Sprengungen zur Lockerung des Gesteins sowie der Einsatz von Brecheranlagen zur weiteren Aufbereitung erforderlich, was zu beträchtlichen Lärmimmissionen führt. Deshalb gilt der 300m-Abstand hier auch gegenüber allgemeinen Wohnge­bieten sowie Misch- und Dorfgebieten oder Einzelanwesen. Beim Abbau von Sand, Kies, Ton und Sandstein verringert sich dieser Abstand gegenüber allge­meinen Wohngebie­ten auf 200m, gegenüber Misch- und Dorfgebieten oder Ein­zel­anwesen auf 130m. Bei den Darstellungen in Regionalplankarte 2 "Siedlung und Versorgung" ist der Sicherheitsbereich für Sprengungen nicht ent­halten und muss folglich bei anderen Planungen aus Sicherheitsgründen zusätzlich be­rück­sichtigt werden.

Als Vorbehaltsgebiete werden Rohstoffvorkommen ausgewiesen, in denen bei Abwägung mit konkurrierenden Nutzungsansprüchen der Gewinnung von Boden­schätzen besonderes Gewicht beizumessen ist. Mit einer Fläche von 1350 ha werden ca. 0,4% der Regionsfläche als Vorbehaltsgebiete ausgewiesen. Diese Vorkommen sind vor allem für die zukünftige Rohstoffversorgung von volkswirt­schaftlicher Bedeutung; für sie kann jedoch nicht von vorneherein eine Priorität festgestellt werden. Die Entscheidung über den Abbau von Bodenschätzen in Vorbehaltsgebieten muss im Einzelfall getroffen werden. Das bedeutet in der Re­gel eine Entscheidungsfindung im Rahmen eines landesplanerischen Prüfverfah­rens.

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