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Regionalplan
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Begründung zu IV. - Gewerbliche Wirtschaft
Zu 3.2 Industrie
Zu 3.2.1

Die industrielle Branchenstruktur ist aus Tabelle 2 ersichtlich.

Der Anteil der Beschäftigten in den Verbrauchsgüterindustrien ist bemerkenswert hoch. 1982 arbeitete in der Region fast jeder zweite Beschäftigte in diesem Bereich, dagegen in Bayern nur jeder dritte. In wichtigen Zweigen müssen noch mehr Arbeitsplätze für Fachkräfte geschaffen werden. Dies gilt besonders für die Mittelbereiche Hof, Münchberg und Selb, in denen die Verbrauchsgüterbranchen zirka 70 Prozent aller Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe stellen. In den Mittelbereichen Hof und Münchberg überwiegen dabei die Textil- und Bekleidungsindustrie, im Mittelbereich Selb die feinkeramische und die Glasindustrie. Auch in den anderen Mittelbereichen der Region prägen einzelne Branchen die Beschäftigungsstruktur. Jeden vierten industriellen Arbeitsplatz stellt in den Mittelbereichen Bayreuth und Pegnitz die Textil- und Bekleidungsindustrie, die auch im Mittelbereich Kulmbach dominiert, wo jeder dritte Industriebeschäftige in diesem Bereich arbeitet. Im Mittelbereich Marktredwitz/Wunsiedel ist jeder zweite Beschäftigte im Bereich Feinkeramik und Glas tätig. Die Bemühungen, zu einer weiteren Auffächerung der Branchenstruktur zu gelangen, müssen verstärkt werden. Dies könnte dazu beitragen, dass die industriellen Arbeitsplätze in der Region durch konjunkturelle Schwankungen geringer als bisher beeinflusst werden.

Besonders mittelständische Betriebe sind oft nicht in der Lage, neue Möglichkeiten, die sich aus wissenschaftlichen Forschungen ergeben, für ihre Zwecke zu erkennen und anzuwenden. Um für diese Betriebe den Zugang zur technologischen Entwicklung zu erleichtern, wurde an der Universität Bayreuth eine Kontaktstelle für Forschungs- und Technologietransfer eingerichtet. Auch das Ostbayerische Technologie-Transfer-Institut e. V. (OTTI), Regensburg, eine Einrichtung, die maßgeblich von den ostbayerischen Wirtschaftskammern getragen wird, sowie die Landesgewerbeanstalt Hof fördern die Kontakte zwischen Industriebetrieben und Wissenschaft. Eine weitere Intensivierung und Koordinierung dieser Bemühungen konnte durch die Gründung des Arbeitskreises "Technologieforum Oberfranken" erreicht werden, in dem die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammer für Oberfranken, die Universitäten Bayreuth und Bamberg, die Fachhochschule Coburg, das Ostbayerische Technologie-Transfer-Institut, die Landesgewerbeanstalt, das Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft und die Regierung von Oberfranken zusammenwirken. Eine Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft "Forschungs- und Technologie-Transfer Thüringen" und mit Hochschulen in Thüringen und Sachsen soll mit dazu beitragen, einerseits das dortige Potential an technischem Know-how für die Wirtschaft der Region nutzbar zu machen, andererseits beim Aufbau einer mittelständischen Industrie in Thüringen und Sachsen mitzuwirken. Eine entsprechende Kooperation sollte auch mit Betrieben und wissenschaftlichen Einrichtungen an grenznahen Hochschulen in der Tschechischen Republik angestrebt werden.

Zur Verbesserung der Informationsversorgung der Wirtschaft wurde bei der Landesgewerbeanstalt in Hof eine Normenauslegestelle eingerichtet; dort können sich die oberfränkischen Unternehmen sowie Betriebe aus Sachsen und Thüringen über den aktuellen Stand der deutschen, europäischen und z.T. auch der internationalen Normung informieren.