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Regionalplan
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Begründung zu IV. - Gewerbliche Wirtschaft
Zu 3.3 Handwerk
Zu 3.3.1

Das Handwerk in der Region erbringt bereits bisher einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft. Strukturwandlungen ergeben sich vor allem durch die Konzentration der Betriebe. So stieg die Zahl der Handwerksbetriebe in der Region zwischen 1984 und 1993 von 5.839 auf 5.852, während die Beschäftigtenzahl von 42.050 auf 43.750 im Jahr 1993 zunahm. Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten je Betrieb stieg von 7,2 im Jahr 1984 auf 7,5 im Jahr 1993. Um 14,6 Prozent nahm die Zahl der Auszubildenden von 6.141 auf 5.245 im Jahr 1993 ab. Die Umsätze stiegen zwischen 1984 und 1993 von 4,2 auf 6,9 Mrd. DM.

Der Rückgang der Betriebszahlen ist fast ausschließlich strukturell oder persönlich bedingt, z. B. durch

  • die Bildung größerer Betriebseinheiten im Zuge der Rationalisierung,
  • die Abwanderung hauptsächlich des Nachwuchses,
  • den mit zunehmender Grenznähe kostenträchtiger werdenden Absatz von Waren und Leistungen und den Bezug der Rohstoffe und der Halbfertigwaren,
  • die zusätzlichen Kosten, die entstehen, weil Waren überregional abgesetzt werden müssen.

Die weitere Stärkung der betriebswirtschaftlichen Beratungsstellen in den Oberzentren Bayreuth und Hof sowie im Oberzentrum Marktredwitz/Wunsiedel sowie der technischen Beratungsstellen in den Oberzentren Bayreuth und Hof ist für das Handwerk wichtig, weil diese Stellen die Betriebsinhaber in allen betriebswirtschaftlichen und technischen Fragen, u. a. bei Existenzgründungen sowie bei Rationalisierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, unterstützen.

Im möglichen Oberzentrum Kulmbach wurde von der Handwerkskammer für Oberfranken eine EDV-Beratungsstelle und eine Außenstelle der Ostbayerischen Datenverarbeitungsgesellschaft (ODAV) Straubing mit einem eigenen Datenerfassungssystem errichtet. Dadurch wurden wesentliche Voraussetzungen geschaffen, um den Handwerksbetrieben den Zugang zur elektronischen Datenverarbeitung zu öffnen.

Um den neuen Aufgaben zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region gerecht zu werden, wurden Beratungsstellen für die neuen Bundesländer, eine Beratungsstelle für Ost-West-Handel und EU-Binnenmarkt, eine Technologie-Transfer-Beratungsstelle sowie eine Stelle zur Vermittlung von Fachinformationen (Datenbankrecherchen) eingerichtet. Damit sollen die Handwerksbetriebe in der Region Oberfranken-Ost bei ihren Bemühungen, ihre Wettbewerbsposition zu stärken, unterstützt werden.

Seit Jahrzehnten haben sich die branchen- und bezirksmäßig gegliederten Ein- und Verkaufsgesellschaften des Handwerks bewährt. Ihr weiterer Ausbau ist wünschenswert. Darüber hinaus sollte angestrebt werden, den Absatz oberfränkischer Handwerksprodukte durch eigene kooperative Handelsformen zu verstärken.

Durch die Verordnung über die Stufenausbildung in der Bauwirtschaft wird ein erheblicher Teil der Berufsausbildung in den Bauhandwerken überbetrieblich durchgeführt. Deshalb ist eine Erweiterung der Kapazitäten überbetrieblicher Ausbildungsplätze für Bauberufe erforderlich. Auch eine Erweiterung des Angebots an Meisterschulen im Oberzentrum Bayreuth trägt mit dazu bei, die Leistungsfähigkeit der Handwerkswirtschaft in der Region zu erhalten und zu verbessern.