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Regionalplan
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Begründung zu IX. - Verkehr und Nachrichtenwesen
Zu 3.1

Die Bundesautobahn A 9, A 70, A 93 und A 72 bilden das Grundgerüst des Straßenfernverkehr in der Region. Ihrem Ausbau und ihrer Fertigstellung kommt nicht nur vor dem Hintergrund der Vereinigung der beiden deutschen Staaten und der Grenzöffnung zur Tschechischen Republik, sondern auch im Hinblick auf den kommenden gemeinsamen Europäischen Markt höchste Priorität zu.

Die BAB A 9 Nürnberg-Hof-Berlin wurde als älteste Autobahn der Region bereits zwischen 1936 und 1938 gebaut. Sie ist den Verkehrsmengen, die nach der Grenzöffnung zu verzeichnen sind, nur noch bedingt gewachsen. Die Verkehrsbelastung hat sich von ursprünglich maximal 20.000 Kfz/Tag auf Spitzenwerte von über 60.000 Kfz/Tag erhöht. Größtenteils fehlende Standstreifen und ein ungleichmäßiger Verkehrsfluss haben die Unfallzahlen massiv ansteigen lassen. Ein Ausbau der A 9 ist daher dringend erforderlich. Ein durchgehender 6-streifiger Ausbau zwischen Nürnberg und Hof ist möglichst bald erforderlich, um der starken Belastung gerecht werden zu können. Um den Osten des Mittelbereichs Bayreuth besser an das Fernstraßennetz anzubinden, soll geprüft werden, ob der Neubau einer Anschlussstelle bei Spänfleck möglich ist.

Die BAB A 70 (Maintalautobahn) ist die wichtigste Ost-West-Verbindung der Region. Sie verbindet insbesondere die Mittelbereiche Bayreuth und Kulmbach über die Verdichtungsräume Bamberg (Region Oberfranken-West) und Schweinfurt (Region Main-Rhön) mit dem Norden und Westen der Bundesrepublik. Der durchgehende 4-streifige Ausbau ist im Gange und soll so bald wie möglich beendet werden.

Die künftige BAB A 93 (derzeit B 15) verbindet das Oberzentrum Hof über das Mittelzentrum Selb und das mögliche Oberzentrum Marktredwitz/Wunsiedel mit den Oberzentren Weiden und Regensburg. Sie schließt in Regensburg an die BAB A 3 Nürnberg-Regensburg-Passau an, die schnelle Verbindungen in Richtung Südosteuropa ermöglicht. Die Bundesfernstraße verläuft entlang einer Entwicklungsachse von überregionaler Bedeutung und ist wesentlich für die Erschließung und Verknüpfung des industriereichen grenznahen Raumes. Der 4-streifige Ausbau erfolgte bisher von Süden nach Norden. Er hat inzwischen die Regionsgrenze bei Mitterteich (Region Oberpfalz-Nord) erreicht. Aufgrund der starken Belastung des Straßenzuges, der auch die A 9 entlasten soll, sind ein Ausbau auch in Nord-Süd-Richtung sowie der vorrangige Bau der Ortsumgehung Schönwald dringend erforderlich. So bald wie möglich soll mit diesem Ausbau beim möglichen Mittelzentrum Rehau begonnen werden.

Als derzeit nördlicher Endpunkt der A 93 ist das Oberzentrum Hof unzumutbar vom Durchgangsverkehr aus und in Richtung Sachsen belastet. Mit Verkehrsuntersuchungen zur Entschärfung der Situation wurde begonnen. Erleichterungen soll vor allem der Weiterbau der A 93 bis zur A 72 Hof-Plauen als Ost-Umgehung von Hof bringen, der ab 1997 erfolgen soll.

Dabei soll geprüft werden, ob Anschlussstellen für Staatsstraßen nach den benachbarten Kreisen Thüringens und Sachsens möglich sind. Der Bau einer Südumgehung von Hof mit Anbindung an die A 9 wird gleichfalls von der Stadt Hof gefordert.

Die BAB A 72 Hof-Plauen, mit deren Bau bereits vor 50 Jahren begonnen wurde, ohne dass sie bis zur Grenzöffnung im November 1989 Verkehrsrelevanz erlangen konnte, bildet nun die wichtigste Fernstraßenverbindung zwischen Bayern und Sachsen. Auf Regionsgebiet soll der 4-streifige Ausbau bis 1994 abgeschlossen sein. Er erfolgt mit Sondermitteln des Bundes. Dabei werden auch ein vollwertiger Anschluss an die BAB A 9 sowie ein Anschluss an die B 173 nordwestlich Köditz hergestellt (vgl. Anlage: Erläuternde Darstellung in der Tekturkarte zu Karte 2 des Regionalplans).

Nach der Grenzöffnung zur Tschechischen Republik hat die Frage einer bedarfsgerechten Fernstraßenverbindung vom Grenzübergang Schirnding zur BAB A 9 Hof-Nürnberg höchste Priorität erlangt. Nachdem das 1981 begonnene Raumordnungsverfahren für eine B 303 neu im Zuge der Staatsstraße 2180 über Gefrees und Weißenstadt nicht abgeschlossen wurde, hat die Straßenbauverwaltung für die Verbindung von der A 9 nach Schirnding eine Untersuchung veranlasst, in der die verkehrlichen, ökologischen und landschaftspflegerischen Gesichtspunkte neu bewertet und abgewogen werden sollen. Unabhängig davon wurde 1989 das Raumordnungsverfahren zum Bau einer Nordumgehung von Schirnding positiv abgeschlossen. Dieser Ort ist in besonderem Maß vom Durchgangsverkehr von und in die Tschechische Republik betroffen. Die Umgehungsstraße wird inzwischen gebaut.    

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