Startseite  |  Impressum  |  Sitemap  |  Datenschutz
Regionalplan
Druckversion
Begründung zu IX. - Verkehr und Nachrichtenwesen
Zu 5 Schienenverkehr
Zu 5.1

Das Schienennetz der Region mit einer Länge von insgesamt 456 km hat in den letzten Jahren keine nennenswerten Einschränkungsmaßnahmen erfahren. Seine Funktion innerhalb der Infrastruktur der Region Oberfranken-Ost ist allerdings seit dem Wegfall der innerdeutschen Grenze und der Öffnung der Grenze zur Tschechischen Republik regionalplanerisch grundlegend neu zu bewerten: Durch die offenen Grenzen haben sich die Verkehrsströme auf den Straßen so stark erhöht, dass über Stilllegungsabsichten an keiner Stelle des Eisenbahnstreckennetzes von Oberfranken-Ost mehr diskutiert werden kann - im Gegenteil: Es ist zu fordern, auch Tarifpunkte, die nach der Grenzöffnung geschlossen wurden, wieder in Betrieb zu nehmen. Auch die Wiedereröffnung des Bahnhofes des Unterzentrums Arzberg ist in diesem Zusammenhang zu fordern.

Nur durch ein solches Konzept kann es gelingen, die überregionalen und regionalen Verkehrsströme in Oberfranken-Ost indirekt zu steuern: Das Angebot auf dem verbliebenen Schienennetz muss im Personen- wie im Güterverkehr deutlich attraktiver gestaltet werden, um einerseits den Anteil der Bahnbenutzer zu ungunsten des individuellen Kraftverkehrs und andererseits den Anteil der verladenden Wirtschaft zugunsten der Schiene wieder zu erhöhen. Eine Möglichkeit hierzu zeigen die modernen "Pendolino"-Triebwagen zwischen Bayreuth bzw. Hof und Nürnberg auf, die seit Juni 1992 eingesetzt werden.

Außerdem muss versucht werden, das Verkehrsaufkommen der Schiene weiter durch eine entsprechende Siedlungsentwicklung, eine verbesserte Abstimmung der Verkehrsträger im öffentlichen Personennahverkehr, durch den Einsatz des kombinierten Systems Bus/Bahn sowie durch eine attraktivere Fahrplangestaltung zu erhöhen, um Verlagerungsvorhaben von der Schiene auf die Straße entgegenzuwirken. Der Beibehaltung der Kurswagen für Bayreuth und Bad Steben kommt auch nach der Grenzöffnung besondere Bedeutung zu, wobei auch Kurswagen aus den neuen Bundesländern anzustreben sind. Zur Aufrechterhaltung des Güterverkehrs auf den bestehenden Strecken könnte besonders seit der Grenzöffnung vermehrt Gelände, das sich zur gleichmäßigen Erschließung eignet, als gewerbliche Baufläche ausgewiesen und vorrangig für Betriebe, die einen Gleisanschluss benötigen, vorgehalten werden.      

Zurück