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Regionalplan
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Begründung zu VI. - Bildungs- und Erziehungswesen, kulturelle Angelegenheiten
Zu 2.2 Schulen für Behinderte

Die Zahl der an Schulen für Behinderte unterrichteten Schüler und ihr Anteil an den Schülern allgemeinbildender Schulen geht seit dem Schuljahr 1977/78 in der Region insgesamt zurück. Die Abnahme setzte in den Mittelbereichen Hof, Münchberg, Marktredwitz/Wunsiedel und Selb bereits früher ein.

Darin werden Auswirkungen der verstärkten Vorsorge und fachbereichsübergreifenden Frühförderung ebenso deutlich wie das zunehmende Bemühen, von Behinderung bedrohten und behinderten Schülern auch in den Volksschulen gerecht zu werden.

Der Auf- und Ausbau neuer Schulen und schulvorbereitender Einrichtungen in der Region ist weitgehend abgeschlossen. An 18 Schulen für Behinderte wurden im Schuljahr 1984/85 1627 Schüler in 156 Klassen unterrichtet. Für Lernbehinderte bestehen elf Schulen, für Geistigbehinderte vier, für Schüler mit besonderen Erziehungsbedürfnissen zwei und für Sprachbehinderte eine Schule, Körperbehinderte wurden in drei Klassen an den Schulen für geistig Behinderte in den Oberzentren Bayreuth und Hof unterrichtet. Aus fachlicher Sicht wird angestrebt, körperbehinderte Schüler aus dem gesamten Regierungsbezirk Oberfranken, soweit sie nicht in anderen Schularten gefördert werden können, künftig in der Schule für Körperbehinderte im Oberzentrum Coburg (Region Oberfranken-West) zu unterrichten. Die Mitversorgung der Gehörlosen/Schwerhörigen durch die Schule im Oberzentrum Bamberg und der Blinden/Sehbehinderten durch die überregionalen Einrichtungen in den Oberzentren Nürnberg und Würzburg lassen eigene Schulen für diese Behinderungsarten in der Region entbehrlich erscheinen.

Die schulvorbereitenden Einrichtungen in Verbindung mit den Schulen für Lernbehinderte im Oberzentrum Bayreuth, im möglichen Oberzentrum Kulmbach und im Mittelzentrum Naila, für Geistigbehinderte in den Oberzentren Bayreuth und Hof, den möglichen Oberzentren Kulmbach und Marktredwitz/Wunsiedel und für Sprachbehinderte in den Oberzentren Bayreuth und Hof, dem möglichen Oberzentrum Marktredwitz/Wunsiedel sowie den Mittelzentren Münchberg und Pegnitz wurden im Schuljahr 1984/85 von insgesamt 189 Kindern besucht. Der Bezirk Oberfranken als Träger der Schule für Sprachbehinderte versorgt seit dem Schuljahr 1985/86 den bisher von Bayreuth aus mitbetreuten Mittelbereich Kulmbach durch schulvorbereitende Einrichtungen im möglichen Oberzentrum Kulmbach und im Unterzentrum Stadtsteinach.

Neben den an den Schulen für Lernbehinderte im Oberzentrum Bayreuth, im möglichen Oberzentrum Kulmbach und im Mittelzentrum Naila im Rahmen eines Modellversuchs geschaffenen schulvorbereitenden Einrichtungen für behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder wird ein entsprechendes Förderangebot auch für die Einzugsbereiche der übrigen Schulen für Lernbehinderte für notwendig gehalten. Nach Abschluss und Auswertung des Modellversuchs ist zu entscheiden, ob dafür eigene Einrichtungen erforderlich sind oder entsprechende Maßnahmen in Kindergärten ausreichen.

Nach Jahrgangsklassen gegliederte Schulen für Lernbehinderte als zentralitätstypische Einrichtungen sollten zumindest in den Oberzentren, den möglichen Oberzentren, den genannten Mittelzentren und dem Unterzentrum Schwarzenbach a. d. Saale, das einen großen Einzugsbereich zu versorgen hat, erhalten bleiben. In den Mittelzentren Pegnitz und Naila und im Unterzentrum Weidenberg wird sich bei der zu erwartenden Schülerzahlentwicklung eine Gliederung nach Jahrgangsklassen nicht immer vornehmen lassen. Im Interesse größtmöglicher Heimatnähe und kurzer Schulwege wird es auch hier erforderlich, weiterhin ein schulisches Angebot vorzuhalten. Im Mittelzentrum Pegnitz konnte durch Zusammenlegung der Schule für Lernbehinderte mit der im benachbarten Unterzentrum Auerbach i.d. OPf. (Region Oberpfalz-Nord) zum Schuljahr 1985/86 eine wesentlich verbesserte Klassengliederung erreicht werden. Zur Verbesserung der schulischen Versorgung für Lernbehinderte im den Mittelzentrum Selb und im möglichen Oberzentrum Marktredwitz/Wunsiedel wurden mit der Zusammenlegung der Schulen in Selb und Selb-Plößberg die organisatorischen Voraussetzungen für den 1985 begonnenen Schulneubau im Mittelzentrum Selb geschaffen. Der erforderliche Umbau der Schule für Lernbehinderte in Marktredwitz wird voraussichtlich 1986 begonnen.

Die Schulen für Geistigbehinderte sind so auf die größeren zentralen Orte der Region verteilt, dass sie eine flächendeckende Versorgung in zumutbarer Entfernung gewährleisten. Die Schulen zur Erziehungshilfe und die Schule für Sprachbehinderte besitzen weit über die Region hinaus für ganz Oberfranken und angrenzende Bereiche Bedeutung und haben, da sie mit Heimunterbringung verbunden sind, für ihren Standort auch eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Die Unterbringung der Heimschüler der Schule für Sprachbehinderte im möglichen Oberzentrum Bayreuth wird durch den Neubau eines Schülerheims verbessert.

Den Schulen für Geistigbehinderte in den Oberzentren Bayreuth und Hof und im Oberzentrum Marktredwitz/Wunsiedel wurden in den letzten Jahren Berufsschulen für geistig behinderte Schüler und Schülerinnen angegliedert. Im Gemeindeteil Fassoldshof des Unterzentrums Mainleus besteht darüber hinaus eine Berufsschule zur Erziehungshilfe, die Jugendliche mit besonderen Erziehungsbedürfnissen aus dem gesamten Regierungsbezirk Oberfranken aufnimmt, im Oberzentrum Hof eine Berufsschule für Lernbehinderte. Die Größe der Berufsschulen für Lernbehinderte und zur Erziehungshilfe reicht voraussichtlich aus, um den oberfränkischen Bedarf abzudecken. Schüler, die hier nicht gefördert werden können, haben die Möglichkeit, Einrichtungen in den benachbarten Regierungsbezirken zu nutzen.  

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