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Regionalplan
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Begründung zu VI. - Bildungs- und Erziehungswesen, kulturelle Angelegenheiten
Zu 3.2 Außerschulische Berufsbildung, berufliche Fortbildung und Umschulung

Die Ausbildungsstellensituation in der Region hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. In vielen Berufen, insbesondere in Handwerk und Hauswirtschaft, ist inzwischen ein empfindlicher Bewerbermangel eingetreten, der sich künftig durch Nachfrager nach Ausbildungsstellen aus benachbarten Bereichen Thüringens, Sachsen und der Tschechischen Republik wieder etwas entspannen könnte. Zur langfristigen Sicherung der Leistungskraft der regionalen Wirtschaft und um eine Abwanderung Jugendlicher zu verhindern, bleibt die Erweiterung des Angebots an attraktiven Ausbildungsstellen aber weiterhin notwendig.

In kleineren und stärker spezialisierten Betrieben wird sich die erforderliche Qualifikation häufig nur erreichen lassen, wenn die betriebliche Ausbildung durch überbetriebliche Maßnahmen ergänzt wird. Hier wurden in den letzten Jahren mit den überbetrieblichen Ausbildungszentren der Kammern in den Oberzentren Bayreuth und Hof und dem Lehrbauhof im Mittelzentrum Selb relativ günstig über das Regionsgebiet verteilte Ausbildungsstätten geschaffen und ausgebaut. Ihr Angebot umfasst über die Lehrlingsausbildung hinaus auch Fortbildungsveranstaltungen und Kurse in Zusammenarbeit mit der Arbeitsverwaltung. Ihre Bedeutung für die Berufsausbildung in der Region wird daraus deutlich, dass das IHK-Bildungszentrum in Bayreuth nur wenige Jahre nach Inbetriebnahme bereits um 70 Unterrichtsplätze erweitert werden musste, im Oberzentrum Hof 1985 eine weitere Bildungsstätte eingerichtet wurde und am Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer in Bayreuth 1985 eine Erweiterung um 80 Werkstatt und 40 Lehrsaalplätze für neue Technologien begonnen wurde. Im Hinblick auf die zu erwartende Nachfrage aus den angrenzenden Bereichen müssen die Ausbildungskapazitäten der Kammern in den Oberzentren Bayreuth und Hof kurz- und mittelfristig weiter erhöht werden. So beabsichtigt die Handwerkskammer für Oberfranken in Hof den Kauf und Umbau eines Lehrsaalgebäudes sowie die Erweiterung ihres Berufsbildungs- und Technologiezentrums. Die Industrie- und Handelskammer für Oberfranken beabsichtigt, neben ihren Erweiterungen im Oberzentrum Bayreuth, auch in Hof ihre Bildungsstätte zu erweitern oder eine neue Bildungsstätte zu errichten. Das im Herbst 1990 im möglichen Oberzentrum Marktredwitz/Wunsiedel eröffnete Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk bedarf - ebenso wie die Staatliche Fachhochschule für Steinbearbeitung - wegen der erheblichen Nachfrage nach Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten gerade auch aus Sachsen, Thüringen und der Tschechischen Republik des weiteren Ausbaus, wobei auch weiterführende Ausbildungsmöglichkeiten im Rahmen eines Fachhochschulstudiengangs angestrebt werden.

Wichtige Impulse für die Entwicklung und Einführung der Kommunikationstechniken werden vom Telekommunikationszentrum Oberfranken in Bayreuth erwartet, das als bisher einziges in Nordbayern ansässiges Informationszentrum alle neuen Informations- und Kommunikationssysteme zusammenfasst. Es bietet hervorragende Voraussetzungen für die Fortbildung an diesen Geräten. Das große Interesse aus der Region und den benachbarten Gebieten an den bisherigen Informationen dieses Zentrums zeigt, dass es bei weiterem Ausbau mit anwendungsbezogenen Fortbildungsveranstaltungen auch eine wesentliche Aufgabe im Bildungswesen der Region zu erfüllen hat.

Die Meisterkurse für Angehörige der Bundeswehr besitzen für das Oberzentrum Hof wirtschaftliche und imagebildende Bedeutung und tragen zur besseren Ausnutzung der Einrichtungen an der Berufsschule und des Handwerks bei. Ihre Beibehaltung wird deshalb angestrebt. Im möglichen Oberzentrum Marktredwitz/Wunsiedel ist auf der Grundlage eines Zweckverbands, dem der Landkreis, die Handwerkskammer für Oberfranken, der Landesinnungsverband des Bayerischen Steinmetz-, Stein- und Holzbildhauer-Handwerks sowie der Bundesinnungsverband angehören, eine Fortbildungsstätte für das Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerk geplant. Mit der Staatlichen Fachschule für Steinbearbeitung und der Blockbeschulung für das Steinmetzhandwerk in Wunsiedel bestehen dafür gute Voraussetzungen: die Einrichtungen der Fachschule können von der Fortbildungsstätte mitgenutzt werden.  

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