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Regionalplan
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Begründung zu VI. - Bildungs- und Erziehungswesen, kulturelle Angelegenheiten
Zu 2.3 Berufliches Bildungswesen

Der Ausbau des beruflichen Bildungswesens erfordert ein breites Spektrum schulischer und außerschulischer Einrichtungen auf allen Bildungsstufen in günstiger Zuordnung zu den Wohn- und Arbeitsplatzstandorten.*

Ein möglichst vollständiges Bildungsangebot innerhalb der Region oder in unmittelbar angrenzenden Bereichen trägt gerade in Oberfranken-Ost entscheidend zur Verbesserung des Ausbildungsniveaus und der Wirtschaftsstruktur sowie zur Verringerung der Abwanderung bevölkerungs- und erwerbsstrukturell wichtiger Gruppen und zur Förderung der Zuwanderung bei.

Der zur Verbesserung der wirtschaftlichen und technischen Entwicklung notwendige Aufbau des beruflichen Bildungswesens in Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik wird dadurch erleichtert. Darüber hinaus sollen die Angebote auch aus den angrenzenden Bereichen Westböhmens genutzt werden können. Eine Verbreiterung des Ausbildungsspektrums ist in fachlichen und räumlichen Teilbereichen, insbesondere im Norden der Region erforderlich.

In den Oberzentren, möglichen Oberzentren und Mittelzentren, im Mittelzentrum Rehau sowie im Gemeindeteil Ahornberg des Unterzentrums Konradsreuth bestehen Berufsschulen oder Berufsschul-Außenstellen. Die Berufsschule zur Erziehungshilfe im Gemeindeteil Fassoldshof des Unterzentrums Mainleus nimmt Jugendliche mit besonderen Erziehungsbedürfnissen aus ganz Oberfranken auf. Berufsaufbauschulen sind in den Oberzentren Bayreuth und Hof, den möglichen Oberzentren Kulmbach und Marktredwitz/ Wunsiedel, dem Mittelzentrum Pegnitz und im Gemeindeteil Ahornberg des Unterzentrums Konradsreuth vorhanden. Dazu kommen Berufsfachschulen in den Oberzentren, möglichen Oberzentren und Mittelzentren, im Mittelzentrum Naila, im Unterzentrum Neuenmarkt/Wirsberg und im Gemeindeteil Ahornberg des Kleinzentrums Konradsreuth.

Aus- und Weiterbildungseinrichtungen der Kammern in den Oberzentren, möglichen Oberzentren und im Mittelzentrum Selb sowie die landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Oberfranken in Bayreuth ergänzen die schulische und betriebliche Berufsausbildung.

Fachschulen in den Oberzentren, möglichen Oberzentren, den Mittelzentren Münchberg, Selb und Naila und im Unterzentrum Stadtsteinach ermöglichen eine weiterführende Berufsausbildung. Fachhochschul- oder Hochschulreife können in den Fachakademien für Sozialpädagogik und Heilpädagogik in Hof, für Hauswirtschaft in Ahornberg und für Musik in Bayreuth sowie in den Fachoberschulen Bayreuth, Hof und Kulmbach und in der Berufsoberschule Bayreuth erworben werden.

Das Landesentwicklungsprogramm räumt bei gleichen fachlichen Voraussetzungen Berufsbildungseinrichtungen in den Gebieten, deren Entwicklung nachhaltig gestärkt werden soll, Vorrang gegenüber anderen Gebieten ein, um die vorhandenen Strukturen zu stärken und so zu einer günstigeren Entwicklung beizutragen. Innerhalb der Region werden gemäß A II 1.3 diejenigen Mittelbereiche bevorzugt berücksichtigt, die den Gebieten angehören, deren Entwicklung nachhaltig gestärkt werden soll. Bei der Planung neuer Ausbildungsstätten und der Bildung regionaler oder überregionaler Fachsprengel sollen daher das Oberzentrum Hof und das mögliche Oberzentrum Kulmbach, vor allem aber das mögliche Oberzentren Marktredwitz/Wunsiedel und die Mittelzentren Münchberg sowie Selb berücksichtigt werden.

Das Mittelzentrum Selb strebt eine Erweiterung des Berufsbildungszentrums Keramik auf verwandte Branchen und die Angliederung einer Fachakademie an, um die Qualifikation des Führungsnachwuchses für die keramische Industrie weiter zu verbessern und die Möglichkeit zum Erwerb der Fachhochschulreife zu eröffnen. Das mögliche Oberzentrum Kulmbach strebt Bildungsstätten für Lebensmitteltechnik und für Medientechnik an.

Da die Wohnraumsituation für Auszubildende, aber auch für Fortbildungs- und Umschulungswillige, insbesondere aus den neuen Bundesländern, sehr angespannt ist, muss die Zahl von Wohnmöglichkeiten für diesen Personenkreis in den zentralen Orten der Region wenigstens übergangsweise, z. B. im Rahmen eines kurzfristigen Überlastprogramms, deutlich erhöht werden.   

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