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Regionalplan
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Begründung zu VI. - Bildungs- und Erziehungswesen, kulturelle Angelegenheiten
Zu 7.2.2 Museen

Geeignete nichtstaatliche Museen sollen nach dem Landesentwicklungsprogramm als überregionale und regionale Schwerpunktmuseen ausgewiesen werden.

Überregionale Schwerpunktmuseen:

Dem Richard-Wagner-Museum im Oberzentrum Bayreuth muss zur Vervollständigung seiner Bestände eine gezielte Ankaufspolitik ermöglicht werden.

Dem Jean-Paul-Museum sollte ein angemessener Ankaufsetat zur Verfügung gestellt werden.

Regionale Schwerpunktmuseen:

Im Oberzentrum Bayreuth sind die Bestände des Stadtmuseums, des Historischen Vereins und ggf. weitere im öffentlichen Besitz befindliche Sammlungsstücke in der Alten Lateinschule zusammenzuführen, um die Sammlungen des Stadtmuseums (unter besonderer Berücksichtigung des Markgrafentums Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth) abzurunden Die Sammlungen, insbesondere die vor- und frühgeschichtlichen Sammlungen des Historischen Vereins für Oberfranken sind im Italienischen Bau des Neuen Schlosses ungenügend untergebracht; sie können auf Dauer nur erhalten werden, wenn eine museumsgerechte Unterbringung gewährleistet ist. Im Oberzentrum Hof benötigt das "Museum Bayerisches Vogtland", das vor allem auch die industrielle Entwicklung des Hofer Raumes und des Vogtlandes zeigen soll, weitere Räumlichkeiten, da die bisher zur Verfügung stehenden Gebäude im Spital nicht ausreichen dürften.

Die Region insgesamt ist seit langem hoch industrialisiert. Die einstigen Stätten und Einrichtungen industrieller Fertigung gehen im Zuge des technischen Fortschritts verloren und werden unwiederbringlich zerstört. Um die Zeugen der Industriekultur in der Region zu erhalten, wird die Errichtung eines Industriemuseums im Oberzentrum Hof angestrebt, da der Raum Hof zu den Gebieten mit der ältesten industriellen Tradition in der Region gehört.

Im möglichen Oberzentrum Kulmbach sind im Westflügel der Plassenburg für die reichen Bestände des Luitpoldmuseums geeignete Räume vorhanden, die nach Verlegung des Deutschen Zinnfiguren Museums in den Arsenalbau genutzt werden können. Dadurch erhält das auszubauende Landschaftsmuseum Obermain die Möglichkeit zur Darstellung der Landschaft, Geschichte und Kultur am Obermain. Im möglichen Oberzentrum Marktredwitz/Wunsiedel kann das reichhaltige Museumsgut des Fichtelgebirgsmuseums nur angemessen präsentiert werden, wenn eine räumliche Vergrößerung über das bisher geplante Maß hinaus durchgeführt wird.

In Tüchersfeld, Kleinzentrum Pottenstein, ist das Fränkische-Schweiz-Museum entsprechend seiner Konzeption als zentrales Museum für die Fränkische Schweiz in Form eines Landschaftsmuseums auszubauen, da die Aufgabe, die Entwicklung dieses Raumes darzustellen, einer solchen Museumsform bedarf.

Spezialmuseen:

Spezialmuseen sind besonders geeignet, in der Bevölkerung Verständnis für die geschichtliche Entwicklung einzelner Bereiche ihres Lebensraumes zu wecken. In der Region wird eine Ergänzung des Museumsangebots um folgende Einrichtungen für notwendig gehalten:

Im Oberzentrum Bayreuth sollte das Deutsche Freimaurer-Museum als einmalige Spezialsammlung von der Öffentlichkeit stärker genutzt und gefördert werden. Die Sammlungen des Bezirks Oberfranken im Museum für bäuerliche Arbeitsgeräte sind eine zentrale Spezialsammlung für den Regierungsbezirk. Sie benötigen eine räumliche Erweiterung, um in allen ausstellungswürdigen Teilen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden zu können. Das Schreibmaschinenmuseum sollte erweitert werden.

Im Kleinzentrum Creußen ist eine ausreichende Präsentation und wissenschaftliche Betreuung der Krügesammlung erforderlich. Die Sammlung dokumentiert die Entwicklung der kunsthistorisch bedeutsamen, international gesuchten Creußener Krüge, eines besonders hervorragenden Erzeugnisses deutscher Hafnerkunst.

Das Deutsche Dampflokomotiv-Museum in Neuenmarkt soll als größtes Spezialmuseum seiner Art im Bundesgebiet rechtlich und finanziell abgesichert und durch umfangreiche Baumaßnahmen verbessert werden. Eine Anbindung dieses Museums an die in der Nähe des Museums liegende und eisenbahnhistorisch außerordentlich bedeutsame "Schiefe Ebene" ist geplant, um das Museum durch entsprechende Dampffahrten noch interessanter und attraktiver zu gestalten.

Im Unterzentrum Thurnau, einem der wichtigsten Orte einer Jahrhunderte hindurch ungebrochenen Tradition für Hafnerkeramik, bedarf das in der ehemaligen Lateinschule eingerichtete Töpfermuseum des weiteren Ausbaus und der Sicherung.

Das Bauernhofmuseum des Vierseithofs in Kleinlosnitz, Gemeinde Zell, soll die Hauslandschaft des nordöstlichen Oberfranken sowie die Wohn- und Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung dieses Raumes in vergangenen Jahrhunderten darstellen. Weitere Museen:

Weitere Museen veranschaulichen insbesondere durch heimatkundliche Sammlungen die Entwicklung von einzelnen Gemeinden, von Teilen der Region oder von besonderen Lebensbereichen innerhalb der Region. Eine Ergänzung des Museumsangebots um folgende Einrichtungen wird für notwendig gehalten:

Im möglichen Oberzentrum Marktredwitz/Wunsiedel soll in Marktredwitz das Egerland-Museum ausgebaut werden, das die Aufgabe hat, das Kulturgut des Egerlandes zu überliefern.

Im Mittelzentrum Selb soll ein "Haus des Porzellans" eingerichtet werden, da Selb als Zentrum der deutschen Porzellanindustrie bisher nicht über eine derartige Einrichtung verfügt. Eine Abstimmung mit dem "Museum der deutschen Porzellanindustrie" in Hohenberg a. d. Eger ist erforderlich.

Im möglichen Mittelzentrum Helmbrechts muss das Heimatmuseum grundlegend neu strukturiert werden, um eine weitere Gefährdung des Museumsgutes zu vermeiden und die Anschaulichkeit zu verbessern; eine stärkere Gewichtung des textilen Bereichs ist erforderlich.

Im Mittelzentrum Naila soll ein Heimatmuseum eingerichtet werden.

Im möglichen Mittelzentrum Rehau ist beabsichtigt, ein Feuerwehrmuseum einzurichten; außerdem werden "Rehauer Heimatstuben" aufgebaut, in denen Heimatkundliches aus dem eigenen Stadtbereich und dem Umland gezeigt werden soll. Darüber hinaus strebt die Stadt Rehau die funktionelle und räumliche Zusammenfassung dieser Teilbereiche an, in die auch die "Ascher Heimatstube" und die "Rossbacher Handwerksstuben" (heimatkundliche Gegenstände aus dem ehemaligen sudetendeutschen Kreis Asch) integriert werden sollen.

Im Unterzentrum Arzberg soll die volkskundliche Sammlung des Fichtelgebirgsvereins ausgeweitet und mit dem Fichtelgebirgsmuseum zusammengeführt werden.

Im möglichen Mittelzentrum Hollfeld soll im historisch wertvollen Spitalgebäude ein Stadtmuseum mit Handwerkerstuben eingerichtet werden.

Das im Unterzentrum Stadtsteinach eingerichtete Heimatmuseum soll gesichert werden.

Im Unterzentrum Fichtelberg/Warmensteinach sollen

  •  in Fichtelberg im Zusammenhang mit dem Besucherbergwerk "Gleisinger Fels" und im Hinblick auf die langjährige Geschichte des Bergbaus und der Erzverarbeitung im Fichtelgebirge ein entsprechendes Heimatmuseum eingerichtet werden, wobei eventuell die Nutzung eines unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes des ehemaligen Bergamtes angestrebt werden könnte;
  • in Warmensteinach das Glasmuseum im Freizeithaus ausgebaut werden.

Im Kloster Marienweiher, Kleinzentrum Marktleugast, soll ein Zentrum für Kulturpflege (Pilgerzentrum) eingerichtet werden; Voraussetzung ist die Erneuerung des vorhandenen Archives und der Bibliothek.

Im Unterzentrum Neuenmarkt/Wirsberg ist vorgesehen, im Alten Rathaus von Wirsberg ein Heimatmuseum bzw. Geologisches Museum mit geologischem Lehrpfad einzurichten.

Das im Kleinzentrum Schirnding/Hohenberg a. d. Eger vorhandene "Museum der deutschen Porzellanindustrie" ist zügig auszubauen. Im Unterzentrum Thurnau ist im Schloss ein Museum einzurichten, in dem die Geschichte der 1803/1806 mediatisierten Kleinstterritorien des Heiligen Römischen Reiches in Franken dargestellt werden soll. Zur Verwirklichung ist die größtmögliche Unterstützung des privaten Initiators erforderlich, da hier die Kulturgeschichte eines Bereichs lebendig werden soll, der wesentlichen Anteil an der Geschichte Frankens, insbesondere Oberfrankens, hat. Das im Unterzentrum Weidenberg in der Verbandsschule vorhandene Heimatmuseum ist zu erhalten.

Im Kleinzentrum Himmelkron soll der Aufbau des Heimatmuseums zügig durchgeführt werden. In der Gemeinde Kupferberg ist die Errichtung eines Bergwerksmuseums anzustreben. Das in Neudorf, Stadt Schauenstein, vorhandene Weberhaus, das Eindrücke über die Lebensbedingungen der vorindustriellen Hausweber vermittelt, soll in vollem Umfang erhalten werden.

Die in Pittersdorf, Gemeinde Hummeltal, durch Privatinitiative entstandene "Hummelstube" sollte erhalten werden. Außerdem besteht in Hummeltal der "Museumsverein für Kraft- und Zugmaschinen e. V.", der sich die Einrichtung eines Museums zum Ziel gesetzt hat.

Aufgrund der langen Tradition und umfangreichen Geschichte erscheint die Darstellung des Granitabbaues und seiner Verarbeitung von den Anfängen bis zur heutigen Zeit zur Sicherung des kulturellen Erbes sinnvoll. Ähnlich wie beim Porzellanmuseum in Hohenberg a. d. Eger könnte daher ein "Granitmuseum" eingerichtet werden. Als Standort hierfür erscheint das Fichtelgebirge mit seiner historischen Verbindung zum Granit gut geeignet.       

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