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Regionalplan
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Begründung zu VI. - Bildungs- und Erziehungswesen, kulturelle Angelegenheiten
Zu 8 Bibliotheken

Nahezu alle Lebensbereiche sind heute vom Stand und Fortschritt wissenschaftlicher Erkenntnisse abhängig; das Berufsleben erfordert ständige Weiterbildungsbemühungen; schulische und außerschulische Bildungsangebote werden von immer mehr Menschen in Anspruch genommen und eine kürzere Arbeitszeit verschafft mehr Möglichkeiten zu zweckfreier Betätigung. Damit steigt - trotz des Angebots der Massenmedien - ständig die Bedeutung der Bereitstellung von Literatur und Information durch öffentliche Bibliotheken. Diesem wachsenden Bedarf steht in vielen öffentlichen Büchereien der Region noch kein entsprechendes Angebot gegenüber. Für 500668 Einwohner standen am 31. Dezember 1984 47 kommunale und 37 kirchliche Büchereien mit 506835 Bänden zur Verfügung. Damit war im Durchschnitt eine als Nahziel ausreichende Grundversorgung gegeben, die aus fachlicher Sicht angestrebten zwei Bände aktueller Literatur je Einwohner wurden damit aber noch weit unterschritten.

An den Schulen der Region bestehen außerdem zahlreiche Schüler- und Klassenbüchereien. Nachdem sie nur einem eingeschränkten Personenkreis zugänglich sind und überwiegend örtliche Bedeutung haben, lassen sich diese Bestände zwar nicht der allgemeinen Literaturversorgung zurechnen, stehen aber dennoch einem zahlenmäßig durchaus bedeutenden potentiellen Nutzerkreis zur Verfügung. Eine räumliche oder organisatorische Verbindung, zumindest aber die enge Zusammenarbeit zwischen Schulbibliothek und öffentlicher Bücherei, könnte die Versorgungssituation insgesamt bei relativ geringem finanziellen Aufwand wesentlich verbessern. Erforderlich ist daneben die Erschließung weiterer bisher nicht allgemein zugänglicher Bestände und die Nutzung des Angebots der Hochschulbibliotheken in der Region. Zwischen den Mittel- und Nahbereichen bestehen erhebliche Unterschiede. Neben dem quantitativ häufig nicht ausreichenden Angebot fehlen in einem Teil der Büchereien aktuelle Bestände. Eine organisatorische Neuordnung ist vielfach auch deshalb erforderlich, weil die in Büchereien verschiedener Träger im gleichen Versorgungsgebiet vorhandene Literatur teilweise identisch ist.

Öffentliche Büchereien mit rund 5000 Bänden am zentralen Ort fehlen im möglichen Mittelzentrum Hollfeld, im Unterzentrum Bad Berneck i. Fichtelgebirge sowie in einigen Kleinzentren.

 Die für eine voll ausgebaute, in der Grundversorgung eigenständige Bücherei erforderlichen 10000 Bände sind lediglich in den Oberzentren, in den möglichen Oberzentren Kulmbach und Marktredwitz/Wunsiedel, in den Mittelzentren Münchberg, Pegnitz, Selb und Naila sowie in den möglichen Mittelzentren Helmbrechts und Rehau vorhanden, außerdem in den Unterzentren Arzberg und Fichtelberg/Warmensteinach. In den übrigen Unterzentren und Kleinzentren ist dagegen der Ausbau zu leistungsfähigen Büchereien erforderlich. Der Mittelbereich Pegnitz weist mit 0.6 Bänden je Einwohner den niedrigsten Versorgungsgrad auf, der Mittelbereich Bayreuth liegt mit 1,1 Bänden über dem Regionsdurchschnitt, die Mittelbereiche Kulmbach, Münchberg und Selb knapp darunter. Eine gleichwertige Versorgung in allen Teilen der Region erfordert den weiteren Ausbau der öffentlichen Büchereien, ihre Ergänzung durch neue Einrichtungen in den bisher unterversorgten Bereichen sowie den Aufbau eines leistungsfähigen dreistufigen Büchereisystems, in dem Bibliotheken der Grundversorgung, des gehobenen und des spezialisierten höherwertigen Bedarfs eng zusammenarbeiten. Angestrebt wird, allen Bewohnern der Region eine Ausleihe von Büchern auch des gehobenen und des spezialisierten höheren Bedarfs über die nächstgelegene Bücherei zu ermöglichen.        

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