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Regionalplan
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Begründung zu VIII. - Sozial- und Gesundheitswesen
Zu 2 Soziale Dienste

Die Entwicklung zur Kleinfamilie, die Übertragung sozialer Dienstleistungen auf den öffentlichen Bereich und der Wunsch nach einer möglichst langen selbständigen Lebensführung, aber auch die Notwendigkeit, die Krankenhäuser von Pflegefällen zu entlasten und eine kostengünstige Betreuung zu ermöglichen, haben im letzten Jahrzehnt die Bedeutung der sozialen Dienste stark ansteigen lassen. Sie umfassen im wesentlichen die von den freien Trägern der Wohlfahrtspflege angebotene ambulante Krankenpflege, ambulante Altenpflege sowie Haus- und Familienpflege. Im weiteren Sinne gehören dazu auch Nachbarschaftshilfen, Mahlzeitendienste, Altenbetreuungszentren und ähnliche Hilfsangebote zur Versorgung älterer oder behinderter Menschen in ihrer Häuslichkeit und für notwendige Transporte.

Seit 1972 sind ergänzend zu den vorwiegend örtlich wirkenden Pflegeeinrichtungen Sozialstationen entstanden, in denen die verschiedenen Pflegedienste zusammengefasst sind. Sie dienen gleichzeitig als Hilfs- und Leitstellen für Ratsuchende in sozialen Angelegenheiten. Als überörtliche Einrichtungen sind sie vor allem dort sinnvoll und notwendig, wo soziale Dienste am Ort nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung stehen oder für die Zukunft Versorgungslücken zu erwarten sind. 1983 waren in der Region Sozialstationen in den beiden Oberzentren, den möglichen Oberzentren Kulmbach und Marktredwitz/Wunsiedel, in den Mittelzentren Münchberg, Pegnitz, Selb, und Naila, im möglichen Mittelzentrum Hollfeld, in den Unterzentren Bad Berneck i. Fichtelgebirge, Stadtsteinach, Bindlach, Fichtelberg/Warmensteinach und Weidenberg sowie in den Kleinzentren Eckersdorf und Waischenfeld vorhanden. Zusammen mit den Haus- und Familienpflegestationen in den beiden Oberzentren, den Dorfhelferinnenstationen im möglichen Mittelzentrum Hollfeld, im Unterzentrum Kirchenlamitz/Marktleuthen/Weißenstadt, den Kleinzentren Berg, Creußen, Waischenfeld und Himmelkron und den Krankenpflegestationen in zahlreichen Gemeinden in der Region decken sie die Mindestversorgung ab. Der erforderliche Grundbedarf an sozialpflegerischen Diensten mit 2,5 Pflegekräften je 10000 Einwohnern wird in allen Mittelbereichen überschritten.

Versorgungslücken bestehen lediglich im Südosten des Mittelbereichs Hof und im Süden des Mittelbereichs Selb. Angestrebt wird auch die Errichtung einer Sozialstation im Unterzentrum Arzberg.

Im Interesse einer gleichwertigen Versorgung aller Teilräume wird eine enge Kooperation aller in einem Bereich vorhandenen sozialen Dienste angestrebt, die eine ausreichende gegenseitige Urlaubs- und Krankheitsvertretung ebenso umfasst, wie die Abstimmung des Pflegeangebots, die Abstimmung und gegenseitige Aushilfe bei der Beschaffung und Verwendung kostspieliger Hilfsmittel oder gemeinsame Aus- und Fortbildungsmaßnahmen.

Physische und psychische Gewalt in der Familie ist nicht auf die großen Verdichtungsräume beschränkt, kann aber in der Region häufiger durch Hilfsangebote der örtlichen Gemeinschaft aufgefangen werden. Dennoch werden sich gerade außerhalb der üblichen Arbeitszeiten in Einzelfällen Probleme ergeben, eine geeignete Betreuung und geschätzte Zuflucht für Frauen und ihre Kinder zu finden. Im Mittelzentrum Selb wurde deshalb eine Wohnmöglichkeit für Frauen in Not zur Verfügung gestellt.   

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