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Regionalplan
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Begründung zu VIII. - Sozial- und Gesundheitswesen
 

Zu 6.1

Krankenhäuser

Eine leistungsfähige Krankenhausversorgung zählt zu den wichtigsten Infrastruktureinrichtungen. Der Krankenhausplan ist das Instrument, mit dem der Freistaat Bayern den konkreten Bedarf an stationären Krankenhausleistungen feststellt und bestimmt, welche Krankenhäuser zur bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung notwendig sind und damit nach dem Krankenhausgesetz gefördert werden. Die Anzahl der geförderten Krankenhäuser, der Betten und deren Verteilung innerhalb der Region ist aus Tabelle 4 zu ersehen.

Tabelle 4: Geförderte Krankenhäuser in der Region Oberfranken-Ost

 Gebiet

Anzahl der
Kranken-
häuser
Anzahl der ge-
förderten
Betten
Fachrichtungen Versorgungs-
stufen
Mittelbereich
Bayreuth
3 1.533 Ch, Inn, Ki,
HNO, A, MKG,
R, Psych; N,
KJPsych, Ur,
NCh, HD, O
III, F
Mittelbereich
Hof
3 678 Ch, Inn, GG, Ki,
HNO, A, Ur, R,
HD, Psych
III, II, F
Mittelbereich
Kulmbach
2 500 Ch, Inn, GG,
HNO, A
II, I
Mittelbereich
Marktredwitz/
Wunsiedel
1 350 Ch, Inn, GG,
HNO, A, Ur, O,
HD
III
Mittelbereich
Münchberg
1 230 Ch, Inn, GG,
HNO, A, O
II
Mittelbereich
Pegnitz
1 125 Ch, Inn, GG,
HNO
II
Mittelbereich
Selb
1 182 Ch, Inn, GG,
HNO, HD
II
Region 12

3.598

Fachrichtungen:

Inn = Innere Medizin
Ch = Chirurgie
O = Orthopädie
Ur = Urologie
GG = Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Ki = Kinderheilkunde (konservativ)
HNO = Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
A = Augenheilkunde
N = Neurologie
KJPsych = Kinder- und Jugendpsychiatrie
R = Radiologie
HD = Hämodyaliese (besondere Einrichtung)
MKG = Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
NCh = Neurochirurgie

Versorgungsstufen:

I = Krankenhaus der ersten Versorgungsstufe
II = Krankenhaus der zweiten Versorgungsstufe
III = Krankenhaus der dritten Versorgungsstufe
F = Fachkrankenhaus

In der Region soll vorrangig die Schwerpunktversorgung ausgebaut und durch Betten für bisher nicht vertretene, überregional bedeutsame Fachrichtungen ergänzt werden. Dies ist in den Krankenanstalten im Oberzentrum Bayreuth in den letzten Jahren zunehmend geschehen. So stehen folgende überregionale Einrichtungen zur Verfügung: Geriatrie, Neurochirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Rehabilitation von Rückenmarkverletzten und künftig Herzchirurgie. In den bereits bestehenden Einrichtungen zur stationären Versorgung und Rehabilitation von Schlaganfall-Patienten und Schädel-Hirn-Verletzten werden die Kapazitäten weiter ausgebaut. Für Oberfranken-Ost und die nördliche Oberpfalz sind Erlangen und Regensburg die nächstgelegenen Universitätskliniken. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten und nach Öffnung der Grenzen zur Tschechischen Republik ist eine vermehrte Nachfrage nach stationärer medizinischer Versorgung, insbesondere in den Krankenhäusern entstanden, die über differenzierte diagnostische und therapeutische Möglichkeiten sowie über Einrichtungen verfügen, die nur bei überregionaler Versorgung vorhanden sind. Um diesen steigenden Bedarf befriedigen zu können, sollten die Bayreuther Krankenanstalten im Verbund mit der IV. Versorgungsstufe ausgestattet werden.*

Auch im Klinikum Hof (Versorgungsstufe III) ist wegen des seit Öffnung der Grenzen wesentlich erweiterten Einzugsbereichs ein Bedarf an zusätzlichen Fachabteilungen (z. B. Hautklinik, Mund-Kiefer-Chirurgie) entstanden, dem im Rahmen der krankenhausplanerischen Vorgaben Rechnung getragen werden sollte.

Aufgrund der Grenzöffnung ist die Autobahn A 9 eine Hauptschlagader des Süd-Nord-Verkehrs geworden. Das Verkehrsaufkommen auf den übrigen Straßen im Einzugsbereich des Kreiskrankenhauses Münchberg ist ebenfalls enorm gestiegen. Diese Situation ließ die Unfallhäufigkeit erheblich ansteigen. Die Autobahn A 9 ist im Einzugsbereich des Kreiskrankenhauses Münchberg zum "Unfallschwerpunkt" geworden. Die Wichtigkeit des Krankenhauses ist, wegen der verkehrsgünstigen Lage zur Autobahn, in den Fachrichtungen Chirurgie und Orthopädie ganz wesentlich gestiegen. Nach Wegfall der innerdeutschen Grenze ist zudem eine vermehrte Nachfrage nach stationärer medizinischer Versorgung, insbesondere in Krankenhäusern mit Einrichtungen überregionaler Bedeutung, gegeben. In den Fachbereichen "Chirurgie" und "operativer Orthopädie" ist dies am Kreiskrankenhaus Münchberg der Fall. Um diesen starken Bedarf befriedigen zu können, sollte die Sanierung und Erweiterung des Hauses vordringlich durchgeführt werden.

In den möglichen Oberzentren Kulmbach und Marktredwitz/Wunsiedel sowie den Mittelzentren Pegnitz und Selb sind für die dortigen Krankenhäuser, im Oberzentrum Bayreuth für das Krankenhaus Hohe Warte, Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen im Rahmen des festgestellten Bettenbedarfs geplant bzw. begonnen.

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