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Regionalplan
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Begründung zu X. - Energieversorgung
Zu 1 Allgemeines

Die Kostensituation und die Begrenztheit der Energierohstoffe erfordern einen sparsamen und rationellen Umgang und die Nutzung aller Möglichkeiten zur Verminderung des spezifischen Energieverbrauchs. Der technische Fortschritt, verändertes Verbraucherverhalten und eine verbesserte Wärmedämmung bieten dazu Möglichkeiten.

Damit verbunden ist auch eine Verringerung der Umweltbelastungen, die durch weitergehende Maßnahmen, vor allem durch den stärkeren Einsatz umweltfreundlicher Energieträger, die Verminderung des Schadstoffausstoßes sowie die Nutzung von Abwärme und erneuerbaren Energien weiter herabgesetzt werden müssen, um die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig zu schützen und zu erhalten.

Optische Umweltbelastungen und die Beanspruchung von Grund und Boden können durch die Parallelführung von Energieleitungen und Verkehrswegen verringert werden. Besonders im Bereich der Entwicklungsachsen von überregionaler Bedeutung ist die Bündelung von Bandinfrastruktureinrichtungen dringend erforderlich, um die Standortvoraussetzungen für Wirtschaftsbetriebe zu verbessern, optische und ökologische Beeinträchtigungen zu vermindern und den wegen vielfältiger Nutzungsansprüche wertvollen Grund und Boden nur im unbedingt notwendigen Umfang in Anspruch zu nehmen. In den Naturparkbereichen sollen damit ökologische Belastungen auf das geringstmögliche Maß beschränkt und Beeinträchtigungen der Erholungswirksamkeit vermieden werden.

Die Zusammenfassung von Bandinfrastrukturen, insbesondere von Freileitungen, kann aber nicht immer zu einem günstigeren Gesamtergebnis führen. So können die Abnehmerstrukturen, technische Erfordernisse, die Versorgungssicherheit oder die landschaftlichen Gegebenheiten Abweichungen vom Prinzip der Bündelung erfordern. Deshalb ist es notwendig, im Einzelfall zu prüfen, ob mit der Zusammenfassung ein optimales Ergebnis erreicht wird.

Die Verbindung der Leitungsnetze mit Thüringen und Sachsen sowie engere Verflechtungen mit der Tschechischen Republik liegen vor allem im Interesse einer ausreichenden Energieversorgung in den an die Region angrenzenden Bereichen. Sie ermöglichen den Ersatz noch vorhandener umweltbelastender Altanlagen. Außerdem kann Oberfranken-Ost mittelfristig aus den in einem grenzüberschreitenden Verbund möglichen, erweiterten Energielieferungen und -bezügen wirtschaftliche Vorteile und erhöhte Versorgungssicherheit erfahren.

Mit dem Kraftwerk Arzberg sind in der Region größere Erzeugungskapazitäten für Strom vorhanden. Sie stützen sich auf nahegelegene Vorkommen kostengünstiger tschechischer Hartbraunkohle und auf russisches Erdgas, das über eine Stichleitung von Waidhaus herbeigeführt wird. Damit sind gegenüber anderen Regionen gewisse Standort- und Kostenvorteile vorhanden, die einen Teil der sonstigen Lagenachteile der Region ausgleichen können.

Weitere nutzbare Energierohstoffe sind in nennenswertem Umfang im Holzreichtum des Fichtelgebirges und des Frankenwaldes vorhanden, wobei Umweltschäden den Wald aber langfristig in seinem Bestand gefährden könnten.

Die kleineren Braunkohlevorkommen im Osten der Region stellen keine wirtschaftlich bedeutsame Energiequelle dar.

Überdurchschnittliche Transportentfernungen, begrenzte Lagerkapazitäten und relativ geringe Abnehmerdichten bewirken bei anderen Energieträgern, insbesondere bei Steinkohle oder bei Mineralölerzeugnissen, auch nach Öffnung der Grenzen zum Teil höhere Kosten und Versorgungsnachteile gegenüber anderen Bereichen des Bundesgebiets. Diese Umstände können in Einzelfällen zu ausschlaggebenden Standortfaktoren werden. Gerade bei Wirtschaftszweigen mit höherem Energiebedarf wie der feinkeramischen und der Glasindustrie besteht im Wirtschaftswettbewerb die Gefahr von Entscheidungen zugunsten anderer Standorte außerhalb der Region oder der Verstärkung bestehender Wettbewerbsnachteile ansässiger Unternehmen.

Aufgrund des hohen Energiekostenanteils dieser Industriezweige sind sie überdurchschnittlich auf eine kostengünstige, sichere und vielfältige Energieversorgung angewiesen. Ein jederzeit ausreichendes Energieangebot zu günstigen Preisen ist eine weitere wesentliche Voraussetzung für die Erhaltung und Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Daneben muss das Energieangebot auch den aus der angestrebten Bevölkerungs- und Verkehrsentwicklung zu erwartenden Bedarf decken, der nach Prognosen künftig zwar geringere Zuwachsraten aufweisen, aber weiterhin steigen wird.   

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