Startseite  |  Impressum  |  Sitemap  |  Datenschutz
Regionalplan
Druckversion
Begründung zu X. - Energieversorgung
Zu 5.2

Windenergieanlagen bieten die Möglichkeit der Bereitstellung von elektrischer Energie ohne Belastung der Umwelt durch Emissionen. Sie verändern aber großräumig das Landschaftsbild und sind daher nur an sorgfältig ausgewählten Standorten raumverträglich.

Die Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten für Windenergieanlagen beruht auf Ziel B V 3.2.3 des Landesentwicklungsprogramms Bayern, wonach in den Regionalplänen Gebiete bestimmt werden können, die für die Errichtung von Windkraftanlagen in Betracht kommen. Anlass für die Festlegung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten war, dass Windenergieanlagen heute und in absehbarer Zukunft i.d.R. als Anlagen mit einer Nabenhöhe zwischen 60 und 100 m meist nicht nur über die Gemeinde-, sondern über Landkreisgrenzen hinweg mit ihrer Drehbewegung deutlich zu sehen sind und somit großräumig eine Veränderung des Landschaftsbildes bewirken.

Als Vorranggebiete wurden Gebiete ausgewiesen, die eine Windhöffigkeit von mehr als 4,7 m/sec in 50 m Höhe über Grund ("Bayerischer Solar- und Windatlas 1997") aufweisen, als Vorbehaltsgebiete Gebiete mit einer Windhöffigkeit zwischen 4,2 und weniger als 4,7 m/sec.

Die in Frage kommenden Flächen wurden anhand folgender Kriterien überprüft:

-       Naturschutzgebiet           
-       Naturdenkmal     
-       geschützter Landschaftsbestandteil       
-       kartiertes Biotop, 13d-Fläche, und ähnl.
-       Landschaftsschutzgebiet
-       Naturpark
-       landschaftliches Vorbehaltsgebiet lt. Regionalplan       
-       Abstand zu Gewerbegebiet (FNPl) = 300 m     
-       Abstand zu Mischgebiet/Dorfgebiet (bzw. Wohnnutzung mit Außenbereich) (FNPl) = 500 m
-       Abstand zu allgemeinem Wohngebiet (FNPl) = 800 m 
-       Abstand zu reinem Wohngebiet (FNPl) = 800 m
-       Richtfunk-Trasse
-       Bauschutzbereich am Flugplatz 
-       Wasserschutzgebiet        
-       Militärischer Schutzbereich (auch: Nacht-Tiefflugstrecken)    
-       Belange des Denkmalschutzes  
-       Vorranggebiet für die Gewinnung von Bodenschätzen 
-       Vorbehaltsgebiet für die Gewinnung von Bodenschätzen        
-       Wald (Abstand zum Waldrand 50 m)*    
-       Abstand zu Bundesautobahn 100 m      
-       Umspannwerksstandorte, 110 kV-Leitungen    
-       Abstand zu Hochspannungsleitungen: nach den allgemeinen Regeln der Technik    
-       nach Möglichkeit Mindestabstand 10 km von Standort zu Standort    

Grundsätzliche Überlegung für die Erarbeitung des Konzepts ist die schwerpunktmäßige Zusammenfassung geeigneter Flächen in windhöffigen Gebieten, die nicht zu den landschaftlichen Höhepunkten in der Region gehören und/oder durch andere Einrichtungen der Infrastruktur (z.B. Höchstspannungsleitungen/Autobahn) schon vorbelastet sind. Landschaftlich besonders empfindliche Teile der Region wie z.B. die Höhenzüge des Fichtelgebirgs-Massives und die innere Fränkische Schweiz wurden dagegen nicht bei der Standortwahl herangezogen, auch wenn dort z.T. günstige Windverhältnisse vorliegen.

Als Vorranggebiet werden in Karte 2 ausgewiesen:

-       die Fläche Nr. 1 östlich von Mödlareuth,           
-       die Fläche Nr. 3 westlich von Heidelheim sowie           

als Vorbehaltsgebiet:

-       die Fläche Nr. 4 (bei Langenbach),        
-       die Fläche Nr. 6 (bei Regnitzlosau),       
-       die Fläche Nr. 7 (bei Oberkotzau),         
-       die Fläche Nr. 8 a + b (bei Münchberg),
-       die Fläche Nr. 9 (bei Presseck), 
-       die Fläche Nr. 10 (bei Falls),      
-       die Fläche Nr. 11 (bei Lützenreuth),       
-       die Fläche Nr. 12 (bei Lützenreuth),       
-       die Fläche Nr. 13 (bei Stemmasgrün),   
-       die Fläche Nr. 14 (bei Thiersheim),        
-       die Fläche Nr. 15 (bei Arzberg), 
-       die Fläche Nr. 16 (Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach),      
-       die Fläche Nr. 17 (bei Fernreuth),          
-       die Fläche Nr. 18 (bei Preußling).          

Die Vorranggebiete umfassen insgesamt etwa 86 ha, die Vorbehaltsgebiete etwa 373 ha.

Mit diesem Konzept soll eine Schwerpunktbildung bei der Errichtung von Windenergieanlagen in der Region erreicht werden. In den dargestellten Vorrang- und Vorbehaltsgebieten sollen Windenergieanlagen konzentriert und damit Einzelanlagen vermieden werden.

Von vornherein beabsichtigte der Regionale Planungsverband Oberfranken-Ost, durch die Erarbeitung eines regionalplanerischen Standortkonzepts die inzwischen zahlreich vorhandenen Wünsche nach Errichtung von Windenergieanlagen in der Region schwerpunktmäßig zusammenzufassen und für diese Zusammenfassung raumplanerisch geeignete Gebiete bereitzustellen. Um zu verdeutlichen, dass diese Untersuchung alle Teilgebiete der Region umfasst, wurde mit erheblichem Aufwand im Anhörungsverfahren auch eine Karte M 1 : 100.000 übermittelt, die das gesamte Gebiet der Region zeigt. So konnten sich die Beteiligten im Anhörungsverfahren einerseits ein Gesamtbild über alle ursprünglichen Vorschläge für die Region machen, andererseits hatten sie auch die Möglichkeit, von sich aus ergänzende Vorschläge für jeden beliebigen Punkt der Region einzubringen. Die regionalplanerischen Untersuchungen wurden einerseits auf der Grundlage flächendeckender Angaben zur Windhöffigkeit durchgeführt und berücksichtigten andererseits auch die raumrelevanten Daten zur Nutzung aller Flächen in der Region. Da auf diese Weise alle Teilgebiete der Region planerisch erfasst wurden, können die Bestrebungen des Regionalen Planungsverbandes für die Ordnung seines Raumes hinsichtlich der Nutzung von Windenergie letztlich nur dann erfolgreich sein, wenn sich Abweichungen von den erarbeiteten Vorrang- und Vorbehaltsgebieten nur auf Ausnahmefälle beziehen. Eine Ausnahme kann insbesondere dann vorliegen, wenn die ausreichende Windhöffigkeit durch nachhaltige Windmessungen oder entsprechende Computersimulationen festgestellt ist sowie die ökologische und ökonomische Eignung der Fläche nachgewiesen ist und die vom Regionalen Planungsverband Oberfranken-Ost ansonsten festgelegten Kriterien eingehalten werden.

Der Regionale Planungsverband Oberfranken-Ost steht mit der Fortschreibung des Zieles B X 5.2 auch in Übereinstimmung mit dem seit 01.01.1997 rechtskräftig geänderten Vorschriften des Baugesetzbuchs (§ 35, Abs. 1 und 3), in denen ausdrücklich auf Ziele der Raumordnung und Landesplanung verwiesen und durch den eingefügten § 245 b eine angemessene Frist für die Fertigstellung entsprechender Rahmenplanungen eingeräumt wird. Die Notwendigkeit einer Nennung von Abstandsflächen zum Wald ergibt sich aus der Landschaftsstruktur der Region, in der zahlreiche kleine Waldparzellen das Bild bestimmen. Eine ganze Reihe von Vorbehaltsgebieten (z.B. Nr. 4, Nr. 7, Nr. 10) liegen am Rande größerer oder kleinerer Wälder, bei denen der Erhalt des gewachsenen und sturmschützenden Waldrands durch die Zielformulierung gesichert werden kann. Generell sind bei den Einzelplanungen darüber hinaus die Maststandorte im größtmöglichen Abstand zu Waldrändern festzulegen.*

Das Vorbehaltsgebiet Nr. 17 liegt innerhalb eines militärischen Nachttieffluggebietes. Die Höhe der Anlagen darf daher an diesem Standort 100 m über Grund nicht überschreiten.

Das Vorranggebiet Nr. 3 sowie die Vorbehaltsgebiete Nrn. 4, 10, 11, 12, 14, 17 und 18 liegen in landschaftlichen Vorbehaltsgebieten. Gleichwohl ist eine Ausweisung als Vorrang- bzw. Vorbehaltsgebiet an diesen Stellen möglich, da Windenergienutzung und Landschaftsschutz in diesen Bereichen offensichtlich vereinbar sind.

Die Vorbehaltsgebiete 4 und 17 liegen in der Schutzzone von Naturparken. Eine Ausweisung als Vorbehaltsgebiet an diesen Stellen ist möglich, da dem Schutzzweck der Naturparke insgesamt gesehen so besser gedient ist als mit der Zulassung beliebiger Einzelstandorte.

Die in den Kriterien genannten Abstandsflächen zu Siedlungsgebieten konnten in Einzelfällen nicht eingehalten werden. In diesen Fällen ist generell eine detaillierte schalltechnische Untersuchung durchzuführen, welche die Anforderungen zum Lärmschutz angibt.

* Zielteil von der Verbindlichkeit ausgenommen


 

 

 

Zurück