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Regionalplan
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Begründung zu XI. - Wasserwirtschaft
Zu 1 Übergebietlicher Wasserhaushalt

Für die Entwicklungsachse von überregionaler Bedeutung Lichtenfels - Bayreuth - Landesgrenze CR sind die Nutzungsmöglichkeiten am oberen Main von großer Bedeutung. Das sehr unausgeglichene Abflussverhalten des Mains mit großen Hochwasserspitzen und sehr geringen Niedrigabflüssen bietet für die Nutzung und für Entwicklungsmöglichkeiten ungünstige Voraussetzungen. Durch örtliche Maßnahmen, insbesondere durch die Ausdehnung von Siedlungsgebieten in die Talbereiche, den Ausbau der Verkehrswege und die Errichtung von Kieswerken in den Überschwemmungsgebieten, werden die natürlichen Rückhalteräume im Maintal eingeengt. Zur Verbesserung der wasserwirtschaftlichen Verhältnisse sind daher abflussausgleichende Maßnahmen erforderlich. Dabei müssen auch Möglichkeiten zur Errichtung von Wasserspeichern oder Hochwasserrückhaltebecken am oberen Main und seinen Hauptzuflüssen untersucht werden.

Wegen der geologischen Verhältnisse und der fehlenden unterirdischen Grundwasserspeicherräume gehen die Niedrigabflussspenden bei den meisten Gewässern der Region wesentlich stärker als in anderen Gebieten Bayerns zurück. Dazu kommt eine überdurchschnittliche Industriedichte mit entsprechend hohem Abwasseranfall. Auf 1 l/s des mittleren Niedrigabflusses entfallen im Oberzentrum Hof 490 Einwohner- bzw. Einwohnergleichwerte aus lndustrieabwasser, im Oberzentrum Bayreuth 430. Diese extrem hohen Werte liegen um ein Vielfaches über denen aller vergleichbaren bayerischen Städte mit Ausnahme des Oberzentrums Ansbach. Das Oberzentrum Hof nimmt die gesamten Abwässer des Abwasserverbands Saale auf, also auch die des Mittelzentrums Münchberg, des möglichen Mittelzentrums Rehau und des Unterzentrums Schwarzenbach a. d. Saale. Die Förmitztalsperre sowie teilweise der von der Stadt Hof als Erholungssee betriebene Wasserspeicher Untreusee tragen zu einer wesentlichen Verbesserung der Verhältnisse bei.

Neben verstärkten Bemühungen um Abwasserreinigung kann auch die Niedrigwasserauf- höhung aus Talsperren zur Verbesserung der von Natur aus ungünstigen wasserwirtschaftlichen Verhältnisse der Region beitragen. Im Rahmen einer überregionalen Hochwasseranalyse wird derzeit untersucht, ob und ggf. wo am Main noch Hochwasserschutzmaßnahmen notwendig sind. Dabei wird auch geprüft, an welchen Zuflüssen Abflussausgleichende Maßnahmen durch Hochwasserrückhalt erforderlich und möglich sind. Aufgrund der Morphologie kommen für die Errichtung von Talsperren und Rückhaltebecken mit überörtlicher wasserwirtschaftlicher Bedeutung hauptsächlich der Frankenwald und das Fichtelgebirge in Betracht. Im Rotmaingebiet werden Einzelmaßnahmen in die wasserwirtschaftliche Rahmenplanung einbezogen und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Obermaingebiet mit untersucht. Erkenntnisse über Möglichkeiten der Wasserrückhaltung und die damit erreichbaren wasserwirtschaftlichen Auswirkungen sind als Ergebnis des wasserwirtschaftlichen Rahmenplans "Main" zu erwarten. Darauf aufbauende weitere wasserwirtschaftliche Untersuchungen könnten sich als notwendig erweisen.

Die Region zählt aufgrund des vorherrschenden sehr dichten Gesteinsaufbaus mit geringem Wasserspeichervermögen zu den Wassermangelgebieten Bayerns. Zur langfristigen Sicherstellung der Wasserversorgung ist deshalb neben der Erschließung vorhandener Grundwasservorkommen die Beileitung von Trinkwasser aus der Region Oberfranken-West im Rahmen der Fernwasserversorgung Oberfranken erforderlich.