Startseite  |  Impressum  |  Sitemap  |  Datenschutz
Regionalplan
Druckversion
Begründung zu XI. - Wasserwirtschaft
Zu 3 Gewässerschutz, Gewässergüte, Abwasserbeseitigung
Zu 3.4

In den landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten Gebieten der Region, insbesondere in den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach, haben Belastungen des oberflächennahen, sauerstoffreichen Grundwassers teilweise zugenommen, wie chemische Untersuchungen des Grundwassers ergeben haben. Im Rahmen der landwirtschaftlichen Beratung soll verstärkt darauf hingewirkt werden, durch eine geeignete Bewirtschaftung die Auswaschung von Dünge- und Pflanzenbehandlungsmitteln aus dem Boden in das Grundwasser zu verhüten. Vordringlich sind Maßnahmen zur Verringerung der Nitratbelastung, insbesondere in Einzugsgebieten gefährdeter Wasserfassungen zur öffentlichen Wasserversorgung sowie im Bereich sonstiger nutzbarer oberflächennaher Grundwasservorkommen, die für die künftige Trinkwasserversorgung bedeutsam sind.

Im Nordosten des Landkreises Hof können Grundwasserbelastungen aus der Landwirtschaft zu einer Beeinträchtigung der Trinkwassertalsperre Dröda in Sachsen führen. Ihnen soll daher gleichfalls entgegengewirkt werden. Von der Versauerung der Fließgewässer sind in der Region die quellnahen, von Abwasser und Landwirtschaft unbeeinflussten, weitgehend im Wald gelegenen Oberläufe im kalkarmen Urgestein des Fichtelgebirges und Frankenwaldes betroffen. Durch Untersuchungen der Regierung von Oberfranken wurden Versauerungen insbesondere in den Einzugsgebieten der Sächsischen Saale, der Eger und der Röslau, der Fichtel- und Heidenaab sowie des Weißen Mains und der Warmen Steinach festgestellt. Die Ergebnisse decken sich mit Beobachtungen und Ermittlungen zu fischereilichen Problemen in freien Gewässern durch den Fachberater für das Fischereiwesen des Bezirks Oberfranken.

Neben den Fließgewässern sind auch Seen, wie der Fichtelsee, Karches-Weiher und Wunsiedler Weiher, und nach im Jahr 1984 durchgeführten Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft auch oberflächennahe Grundwasser im Fichtelgebirge als saure Gewässer ermittelt worden. Ursachen der sauren und versauerten Gewässer sind

  • das kalkarme Urgestein mit sehr geringem Neutralisierungs- und Puffervermögen;
  • Auswaschung der Huminsäure aus dem Waldboden der ausgedehnten Nadelwälder, meist Fichtenreinbestände;
  • SO²-Emissionen, die als saure Niederschläge in Form von Nebel, Regen oder Schnee in den Boden und die Gewässer gelangen.

Die Versauerung der Gewässer bewirkt eine erhebliche Beeinträchtigung des Naturhaushalts und der Nutzung der Gewässer. Es kommt zu einer Auslese bzw. Artenverarmung im Bereich der Gewässerfauna und -flora. In den Gewässern sonst heimische Fischarten und Fischnährtiere sterben aus. Die Versauerung der Gewässer schädigt die Fischerei bzw. macht sie sogar unmöglich. Die Wiedereinbürgerung von natürlich vorkommenden Arten, z. B. der Flussperlmuschel, wird verhindert. Beeinträchtigungen der Wasserversorgung, insbesondere bei der Aufbereitung durch kleinere Wasserversorgungsanlagen, sind zu erwarten.

Da die Versauerung der Gewässer im Frankenwald und Fichtelgebirge in erster Linie auf Verunreinigungen der Luft bei den gegebenen geologischen Verhältnissen zurückgeführt werden kann, sind Sofortmaßnahmen, die zu einer Verbesserung der lufthygienischen Situation in diesen Regionsgebieten führen, von besonderer Bedeutung.