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Regionalplan
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Begründung zu XI. - Wasserwirtschaft
Zu 4 Regelung des Bodenwasserhaushalts

Maßnahmen zur Entwässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen, wie Verbesserung der Vorflutverhältnisse oder Dränung, können zur Verbesserung der Erzeugungsbedingungen beitragen. Stauwasservernässte landwirtschaftliche Nutzflächen, hauptsächlich auf den Tonen des Schwarzen und Braunen Jura und in den Keupergebieten, und grund- und druckwasservernässte Talwiesen, vor allem im Frankenwald, aber auch in anderen Mittelgebirgslagen, können nur mit sehr hohem Aufwand und deshalb unwirtschaftlich bearbeitet werden. Staunässe beeinträchtigt die Ertragshöhe und Ertragssicherheit und schränkt die Dispositionsfreiheit der Bewirtschaftung ein.

Notwendige Eingriffe in den Bodenwasserhaushalt sollen äußerst behutsam und in mehreren Schritten, wenn nötig über mehrere Jahre, durchgeführt werden, damit keine nachteiligen Folgen für den Wasserhaushalt entstehen können. Im Falle einer Bodenwasserregelung sollte auf staunassen Flächen weitgehend die kombinierte Dränung (Rohrdränung, Kalkung, Tiefenlockerung) zum Einsatz kommen. Vernässte Talwiesen sollen aber nur soweit entwässert werden, dass eine schadlose Bewirtschaftung möglich, jedoch Ackernutzung ausgeschlossen ist. Grundsätziich wird gefordert, dass solche Maßnahmen auf Flächen beschränkt bleiben, die auf Dauer landwirtschaftlich genutzt werden sollen. Beeinträchtigungen des Wasserhaushalts, des Naturschutzes und der Landschaftspflege dürfen nicht zu erwarten sein, Ziele des Kapitels B I "Natur und Landschaft" dürfen nicht entgegenstellen. Ökologisch wichtige Zellen, insbesondere nach Art. 6d BayNatSchG zu schätzende Feuchtflächen und die in der Biotopkartierung Bayern erfassten Feuchtgebiete, wie auch Talflächen in Überschwemmungsgebieten und Wasserschutzgebiete, sollen regelmäßig von Entwässerungsmaßnahmen ausgeschlossen werden. Über die Entwässerung von Grenzertragsböden ist im Einzelfall zu entscheiden.

Maßnahmen zur Regelung des Bodenwasserhaushalts werden weitgehend im Rahmen der Flurbereinigung durchgeführt. In den in der Region anhängigen und geplanten Flurbereinigungen soll die Regelung des Bodenwasserhaushalts nach vorheriger sorgfältiger Bedarfsermittlung und unter Berücksichtigung der Belange des Natur- und Landschaftsschutzes zur Erhaltung der Kulturlandschaft in dauerhaft landwirtschaftlich genutzten Flächen und zur Offenhaltung der Landschaft vorgenommen werden. In der Region sind Maßnahmen zur Regelung des Bodenwasserhaushalts in landwirtschaftlichen Flächen, die aufgrund der ungeregelten Bodenwasserverhältnisse nur durchschnittliche bis ungünstige Erzeugungsbedingungen aufweisen, vor allem in den Mittelbereichen Marktredwitz/Wunsiedel, Münchberg und Selb, im Norden und Osten des Mittelbereichs Bayreuth, im Osten und Süden des Mittelbereichs Hof sowie in den Nahbereichen Kulmbach, Mainleus, Neuenmarkt/Wirsberg und Stadtsteinach vorhanden.

Von den außerhalb der Flurbereinigung durchzuführenden Maßnahmen zur Regelung des Bodenwasserhaushalts kommt wegen der hohen Niederschlagsmengen und der bindigen Böden im nördlichen Bereich der Region dem Wasser- und Bodenverband Frankenwald erhöhte Bedeutung zu.