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Regionalplan
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Begründung zu XI. - Wasserwirtschaft
Zu 5 Abflussregelung
Zu 5.1 Hochwasserschutz und Niedrigwaseraufhöhung
Zu 5.1

Die Entwicklung der Region erfordert in zahlreichen Siedlungen eine Verbesserung des Hochwasserschutzes durch örtliche Hochwasserfreilegungen. Größere Hochwasserschutzmaßnahmen, dies können Rückhaltebecken, Gewässerausbauten, Deichbauten oder Geländeauffüllungen sein, werden notwendig in den Oberzentren Bayreuth und Hof, im Mittelzentrum Münchberg, in den Unterzentren Arzberg, Bad Berneck i. Fichtelgebirge und Stadtsteinach, im Kleinzentrum Pottenstein, in den Gemeinden Nagel und Tröstau sowie in den Gemeindeteilen Kauerndorf der Gemeinde Ködnitz und Pölz des Unterzentrums Mainleus. Die notwendige Art der Schutzmaßnahme wird von der wasserwirtschaftlichen Fachbehörde nach entsprechenden örtlichen Untersuchungen ermittelt, und es werden entsprechende Planungen für die Baudurchführung erarbeitet. Dabei sind neben örtlichen Maßnahmen Möglichkeiten zur Verminderung der Hochwässer in Rückhaltebecken zu untersuchen und soweit möglich zu nutzen. Da es sich um raumbedeutsame Maßnahmen handelt, wird eine raumordnerische Einzelfallprüfung bei Vorlage der Planungen erforderlich werden.

Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes für das Kleinzentrum Pottenstein bietet sich die Möglichkeit einer Hochwasserrückhaltung an der Püttlach in dem oberhalb der Ortschaft Püttlach vorgesehenen Stausee. Für das Projekt des Zweckverbands Püttlachsee wurde ein Raumordnungsverfahren positiv abgeschlossen. Eine erneute raumordnerische Überprüfung unter besonderer Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes könnte aber aufgrund der Änderung des Art. 141 der Bayerischen Verfassung nochmals erforderlich werden. Mit dem Hochwasserschutzraum von 1,5 Millionen m³, der im See zur Verfügung stehen soll, können die Hochwasser so reduziert werden, dass eine hochwasserfreie Lage der Ortschaft Püttlach erreicht wird. Um in Pottenstein einen vollen Hochwasserschutz für ein Hochwasser mit 100jähriger Wiederkehr zu gewährleisten, sind auch im Stadtgebiet Abflussverbesserungen notwendig. Durch die Hochwasserrückhaltung würde es möglich sein, die örtlichen Ausbaumaßnahmen in einem Rahmen zu halten, der das Stadtbild und die städtebauliche Substanz von Pottenstein nicht beeinträchtigt. Der Hochwasserschutz des Oberzentrums Bayreuth genügt nicht den heute üblichen Sicherheitsansprüchen. Das 1970 abgelaufene Hochwasser entsprach einem Abfluss von 153 m³/s am Pegel Bayreuth, der im statistischen Mittel etwa alle 35 Jahre zu erwarten ist; dieser Abfluss konnte im Stadtgebiet noch schadlos abgeführt werden, jedoch muss bei deutlich größeren Abflüssen mit Ausuferungen im Stadtkern und mit erheblichen Schäden gerechnet werden. Weitere Untersuchungen zur Hochwassersituation sind notwendig, in die auch wasserwirtschaftliche Alternativen der Hochwasserrückhaltung, zum Beispiel die Errichtung eines Mehrzweckspeichers für Hochwasserrückhaltung und Niedrigwasseraufhöhung, einzubeziehen sein werden.

Auf der Grundlage des wasserwirtschaftlichen Rahmenplans Main werden voraussichtlich auch andere Möglichkeiten erkundet und überprüft werden, im Obermaingebiet Hochwasserrückhaltebecken anzulegen.

Im Einzugsgebiet der Elbe sind, insbesondere an der Röslau und ihren Zuflüssen, neben der bereits bestehenden Talsperre an der Feisnitz weitere Möglichkeiten zur Aufhöhung der Niedrigwasserabflüsse zu untersuchen, die im Rahmen des "Standortsicherungsplans für Wärmekraftwerke" erforderlich werden. Das zur Hochwasserfreilegung des Unterzentrums Arzberg vorgesehene Rückhaltebecken am Flitterbach könnte möglicherweise auch für diesen Zweck nutzbar gemacht werden.