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Regionalplan
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Begründung zu XI. - Wasserwirtschaft
Zu 5 Abflussregelung
Zu 5.2 Flussbau, Teichbau, Landschaftspflege an den Gewässern
Zu 5.2.1

Ausbaumaßnahmen an Fließgewässern können zu einer Verringerung der natürlichen Rückhalteflächen und zur Veränderung des natürlichen Charakters der Flusslandschaft und der Biotope führen. Außerdem erfordern derartige Baumaßnahmen erhebliche finanzielle Aufwendungen. Der Ausbau soll sich daher auf die Hochwasserfreilegung bestehender Siedlungsgebiete beschränken. Außerhalb der Siedlungsgebiete sollten Ausbaumaßnahmen nur dort durchgeführt werden, wo der morphologische Gleichgewichtszustand eines Fließgewässers gestört ist, z. B. durch Abbruch von Flussufern, Eintiefung oder Auflandung des Flussbetts und damit verbundener Veränderungen des Grundwasserstands größerer Talbereiche.

Zur Erhaltung der Kulturlandschaft sowie zur Aufrechterhaltung der Gewässerfunktion im Naturhaushalt gehören die Unterhaltung und Pflege der Gewässer. Dabei wird auf die Einbindung in die Landschaft und die Verbesserung der biologischen Wirksamkeit sowie die Erhaltung als Lebensraum für im Wasser lebende Tiere besonderer Wert gelegt. Dazu sind Ufer und Uferstreifen in angemessener Breite naturnah zu gestalten und zu bewirtschaften. Insbesondere soll zur Verbesserung der biologischen Wirksamkeit durch standortgerechte Bepflanzung eine Pufferzone zwischen Gewässer und den angrenzenden Nutzflächen geschaffen werden.

Um Unterhaltung und Pflege der Gewässer in vollem Umfang gewährleisten zu können, sollten die Gewässer und ausreichend bemessene Uferstreifen im Eigentum des Unterhaltspflichtigen stehen. Nach dem Bayerischen Wassergesetz ist der Bezirk Oberfranken Träger für die Unterhaltung und für den Ausbau der Gewässer II. Ordnung. Er stellt für Gewässerausbaumaßnahmen umfangreiche Haushaltsmittel bereit. Ökologische Gewässerausbaumaßnahmen sind insbesondere an Main, Eger und Wiesent in den Mittelbereichen Kulmbach, Marktredwitz/Wunsiedel, Bayreuth und Pegnitz vorgesehen. Soweit ein punktueller Gewässerausbau unumgänglich wird, etwa bei Vorflutverbesserungen zur Regelung des Bodenwasserhaushalts, kann dieser nur bei gleichzeitigen landschaftspflegerischen Begleitmaßnahmen erfolgen.