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Regionalplan
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Begründung zu XII. - Technischer Umweltschutz
Zu 2 Luftreinhaltung

Zur Erfassung großräumig auftretender Luftverunreinigungen verfügt die Region über ein lufthygienisches Überwachungsnetz mit vier fest eingerichteten Dauermessstationen in Bayreuth, Hof, Selb und Arzberg sowie über eine derzeit bei Warmensteinach aufgestellte Container-Messstation. Um bei eintretenden Belastungen räumlich differenziert entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung durchführen zu können, ist eine umfassende lufthygienische Überwachung Voraussetzung. Der Erhaltung dieses Überwachungsnetzes kommt daher erhebliche Bedeutung zu. Bei einem etwaigen Ausbau sollte auch die Erfassung von Schadstoffen, die für die gewerbliche Struktur der Region bezeichnend sind, wie z. B. Fluorwasserstoff, berücksichtigt werden.

Gemessen an der Leitkomponente Schwefeldioxid gehört die Region mit Immissionen, deren Jahresmittelwerte nach Messung des Landesamtes für Umweltschutz zwischen 0,03 mg/m³ im Westen und 0,06 mg/m³ im Osten liegen, zu den stärker belasteten Regionen. Derzeit liegen die Schwefeldioxid-Immissionen in weiten Teilen Bayerns bei Jahresmittelwerten von unter 0,03 mg/ m³. Dieses Gebiet wird bei entsprechenden Windrichtungen durch Schwefeldioxidverfrachtungen aus der Tschechischen Republik sowie aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen belastet.

Großflächig treten die höchsten Werte in der Region im Raum Hof - Arzberg auf. Dieses Gebiet wird bei entsprechenden Windrichtungen durch grenzüberschreitende Schwefeldioxidverfrachtungen aus der Tschechischen Republik und den neuen Bundesländern - wenn auch in letzter Zeit weniger stark - belastet. Im Juli 1990 führten der TÜV Bayern und das Landesamt für Umweltschutz hierzu Messungen in der Braunkohlevergasungsanlage Vresova/Tschechische Republik durch. Bereits im Mai 1990 wurde im grenznächsten tschechischen Braunkohlekraftwerk Tisova eine Rauchgasentschwefelungsanlage in Betrieb genommen, die ursprünglich im Kraftwerk Arzberg eingesetzt war. Die Immissionsquelle der ehemaligen DDR liegen vor allem in den Räumen Halle-Leipzig, Cottbus, dem Bezirk Gera sowie in den Räumen Chemnitz, Zwickau und Plauen. Der in der Region selbst erzeugte Anteil der Belastungen macht im Durchschnitt lediglich um 0,01 mg/m³ aus. Örtlich können allerdings selbst verursachte Belastungen (bis 0,04 mg/m³) auftreten. Von Bedeutung sind auch die Emissionen an Flourwasserstoff (HF) der Glas- und Keramikindustrie, vor allem in den Bereichen Hof, Marktredwitz/Wunsiedel und Selb.

Die große Empfindlichkeit von Bäumen, wie Fichte und Tanne, gegenüber Luftverunreinigungen macht es angesichts fortschreitender Waldschäden erforderlich, auch einer Zunahme der in der Region selbst erzeugten, bisher noch niedrigen Gesamtbelastungen entgegenzuwirken. Dies schließt die Zulassung neuer Anlagen nicht aus, da durch Sanierungsmaßnahmen an Altanlagen sowie folgende Vorkehrungen entsprechende Gegengewichte geschaffen werden können:

  • weiterer Ausbau der Gasversorgung in der Region, vor allem in den Oberzentren Bayreuth und Hof, Ausbau der Fernwärmeversorgung in den Oberzentren Bayreuth und Hof sowie im möglichen Oberzentrum Marktredwitz/Wunsiedel in Verbindung mit dem Kraftwerk Arzberg,
  • Verringerung von Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe und schweres Heizöl in den Oberzentren Bayreuth und Hof sowie im Bereich der überregionalen Entwicklungsachsen,
  • Verbesserung des Verkehrsflusses sowie Schaffung von Park-and-Ride-Möglichkeiten in den beiden Oberzentren Bayreuth und Hof,
  • Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel in beiden Oberzentren und der Verbindungen mit den Gemeinden ihres Verflechtungsbereichs.

Um bei austauscharmen Wetterlagen schädliche Umwelteinwirkungen zu verhindern, hat die Bayerische Staatsregierung am 23. September 1985 eine "Smog-Verordnung" erlassen, die in der Region für die Stadt Hof und die Landkreise Hof und Wunsiedel i. Fichtelgebirge gilt.