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Regionalplan
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Begründung zu I. - Natur und Landschaft
Zu 2 Besondere Gewichtung von Natur und Landschaft -
Ausweisung landschaftlicher Vorbehaltsgebiete
Nach Art. 17 BayLpIG sind in den Regionalplänen Gebiete darzustellen, in denen den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege besonderes Gewicht zukommt. Diese Gebiete sollen nach dem Landesentwicklungsprogramm in den Regionalplänen als landschaftliche Vorbehaltsgebiete ausgewiesen werden.
Als landschaftliche Vorbehaltsgebiete werden ausgewiesen:
- vielfältige, abwechslungsreich strukturierte oder charakteristische Landschaften, die für die Leistungsfähigkeit oder die Wiederherstellung des Naturhaushalts, das Landschaftsbild oder die Erholung von besonderer Bedeutung sind;
- vorwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzte Freiräume mit besonderen ökologischen Funktionen, z. B. klimatischer Ausgleich oder Grundwassererneuerung;
- zusammenhängende Waldgebiete mit besonderen Funktionen für Naturhaushalt und Erholung;
- ökologisch und gestalterisch wertvolle Flusslandschaften;
- größere, bisher nicht oder nur gering beeinträchtigte Landschaftsräume, die von störenden Infrastruktureinrichtungen oder anderen Beeinträchtigungen freigehalten werden sollen.

Landschaftliche Vorbehaltsgebiete sind keine Schutzgebiete im Sinne des Naturschutzrechts. Ihre Bedeutung soll insbesondere bei der Abwägung mit anderen Ansprüchen an den Raum gewürdigt werden, d. h. bei der Abwägung müssen die Belange von Natur und Landschaft durch den jeweiligen öffentlichen Planungsträger besonders gewichtet werden.

Die nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz festgesetzten oder festzusetzenden Schutzgebiete der Region, wie Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und Schutzzonen der Naturparke, liegen innerhalb der landschaftlichen Vorbehaltsgebiete und sollen im wesentlichen in diesen Gebieten ausgewiesen werden.

Die in Karte 3 "Landschaft und Erholung" als erläuternde Darstellung verbaler Ziele enthaltenen Verkehrswege berühren teilweise landschaftliche Vorbehaltsgebiete. Hier wird bei Planungen und Maßnahmen eine sorgfältige Abwägung unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung landschaftlicher Vorbehaltsgebiete erforderlich.

Der überwiegende Teil landschaftlicher Vorbehaltsgebiete ist in Naturräumen vorgesehen, die wegen ihrer vielfältigen, typischen und erholungswirksamen sowie ökologisch bedeutenden Landschaftsstrukturen als Naturparke ausgewiesen werden. Aus diesen landschaftlichen Vorbehaltsgebieten werden die Schutzzonen der Naturparke entwickelt. Bei den darüber hinaus vorgesehenen Vorbehaltsflächen handelt es sich vor allem um größere geschlossene Waldgebiete, die neben der siedlungsnahen Erholung insbesondere ökologische Funktionen erfüllen. Sie stabilisieren den Naturhaushalt, tragen besonders zum klimatischen Ausgleich in den verdichteten und intensiver genutzten Gebieten und zur Grundwassererneuerung sowie zum verzögerten Abfluss des Oberflächenwassers bei und sind in Teilräumen wichtige Reservate bedrohter Tier- und Pflanzenarten.
Die landschaftlichen Vorbehaltsgebiete umfassen auch Regionsteile, die bereits durch Rechtsverordnungen als Landschafts- oder Naturschutzgebiete gesichert wurden. Die in den Rechtsverordnungen enthaltenen Vorschriften gelten auch für die landschaftlichen Vorbehaltsgebiete. Die darüber hinaus dargestellten Flächen entsprechen den im Landesentwicklungsprogramm B I 2.3 vorgegebenen Kriterien für eine Ausweisung als landschaftliches Vorbehaltsgebiet.

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