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Regionalplan
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Begründung zu VI. - Regionalplanerische Funktionen der Gemeinden

Begründung zu 1:
Allgemeines


Unter dem Gesichtspunkt einer günstigen Gesamtentwicklung der Region sollen die Gemeinden die regionalplanerischen Funktionen wahrnehmen, für die sie am besten geeignet sind. Aufgeführt werden nur die wesentlichen und vorrangigen überörtlichen Funktionen, um die gegenwärtige oder anzustrebende Funktionsteilung zu verdeutlichen. Damit ist keine Festschreibung für die Zukunft verbunden, bei geänderten Voraussetzungen können bisher vorherrschende Funktionen entfallen oder neue an Bedeutung gewinnen. Keinesfalls soll die Funktionszuweisung die kommunalen Initiativen unterbinden.

Mittelpunktsfunktion

Die Mittelpunktsfunktion wird von allen zentralen Orten wahrgenommen. Zentrale Orte sind Mittelpunkte des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens, in denen überörtliche Einrichtungen zur Versorgung der Bevölkerung des Verflechtungsbereichs bereitstehen.
Zur zentralörtlichen Ausstattung gehört auch ein breitgefächertes Angebot an Arbeitsplätzen. Deshalb enthält die Mittelpunktsfunktion auch die Funktion "gewerbliche Entwicklung".

Die Siedlungstätigkeit soll in der Region zur Stärkung der zentralen Orte beitragen, in denen verstärkt Bauland bereitgestellt werden soll. Die Mittelpunktsfunktion erstreckt sich bei den zentralen Orten der Region daher auch auf die Wohnsiedlungstätigkeit. Funktionen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft und der Wohnsiedlungstätigkeit werden somit bei den zentralen Orten nicht gesondert ausgewiesen.

Kleinräumliche Versorgungsfunktion
Die Funktion "Kleinräumliche Versorgung" wird den Gemeinden zugeordnet, die mindestens 10 zentralitätstypische Grundversorgungseinrichtungen aufweisen, aber die sonstigen Voraussetzungen zur Bestimmung als Kleinzentrum, insbesondere die Versorgung eines größeren Einzugsbereichs, nicht erfüllen.
Diese Gemeinden nehmen bisher schon in einem Bereich, der kleiner ist als der Nahbereich, Grundversorgungsfunktionen wahr. Für diese Funktionszuweisung kommen allerdings nur Gemeinden in Nahbereichen mit wesentlich mehr als 5000 Einwohnern am 31. Dezember 1984 in Betracht, da die Funktionsfähigkeit des jeweiligen zentralen Ortes und die Auslastung seiner zentralörtlichen Einrichtungen nicht beeinträchtigt werden dürfen.

Funktion im Bereich der Wohnsiedlungstätigkeit

Die Funktion "Wohnsiedlungstätigkeit" wird Gemeinden mit einer über die organische Entwicklung hinausgehenden Wohnsiedlungstätigkeit nach dem Regionalplan zugeordnet. Außer von den zentralen Orten wird diese Funktion von Gemeinden wahrgenommen, die als Wohngemeinden an Entwicklungsachsen bzw. in günstiger Entfernung zu einem Oberzentrum liegen. Voraussetzungen für die Zuweisung dieser Funktion sind ausreichende Wohnbauflächen sowie eine ausreichende Abwasserbeseitigung.

Funktion im Bereich der gewerblichen Wirtschaft

Die Funktion "gewerbliche Wirtschaft" wird von den zentralen Orten wahrgenommen. Darüber hinaus wird sie Gemeinden mit einer hohen Einpendlerquote zugeteilt, in denen ausreichend Gewerbeflächen vorhanden sind und die eine gute Verkehrsanbindung aufweisen.

Funktion im Bereich der Landwirtschaft

In Gemeinden, welche die Funktion "Landwirtschaft" wahrnehmen, sind bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen Belange der Landwirtschaft besonders zu berücksichtigen. Für diese Funktion werden Gemeinden ausgewählt, in denen die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe je 1 000 Einwohner deutlich über dem jeweiligen Landkreisdurchschnitt liegt oder in denen der Anteil der Vollerwerbsbetriebe 30 Prozent und mehr beträgt.

Funktion im Bereich des Bildungs- und Erziehungswesens und der Kultur

Die Zuordnung dieser Funktion setzt voraus, dass die Gemeinde nicht allein schon auf Grund ihrer zentralörtlichen Einstufung diese Funktion wahrnimmt. Berücksichtigt werden deshalb nur Gemeinden, für die Einrichtungen des Bildungs- und Erziehungswesens und der Kultur weder Soll- noch Kann-Einrichtungen entsprechend ihrer zentralörtlichen Einstufung sind. Bei Gemeinden ohne zentralörtliche Einstufung wird diese Funktion festgelegt, wenn überörtliche und raumbedeutsame Einrichtungen vorhanden sind.

Funktion im Bereich der Erholung

Die Funktion "Erholung" wird staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten sowie solchen Gemeinden zugeordnet, die nach den Naturpark-Einrichtungsplänen Erholungs- bzw. Ausbauschwerpunkte sind. Berücksichtigt werden auch Gemeinden, die im Fremdenverkehrsgebiet nach der Gemeinschaftsaufgabe "Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur" oder im Naturpark liegen oder mit Einrichtungen der Intensiverholung (z. B. Frei-, Hallenbad, Badesee) ausgestattet sind. 

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