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Regionalplan
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Begründung zu I. - Natur und Landschaft
Zu 3.4 Landschaftsschutzgebiete
Die Naturräume Hohes Fichtelgebirge, Selb-Wunsiedler Hochfläche, Nordwestlicher Frankenwald und Nördliche Frankenalb weisen hohe landschaftliche Vielfalt und größere Flächen auf, die von Bebauung und Infrastruktur bisher nicht oder nur gering beeinträchtigt sind. Sie üben besonderen Reiz auf Erholungssuchende aus und sind von den Oberzentren Bayreuth und Hof, vom großen Verdichtungsraum Nürnberg/Fürth/Erlangen und vom Verdichtungsraum Bamberg gut zu erreichen. Diese Räume haben nicht nur große Bedeutung als ökologische Ausgleichsflächen, sondern auch als Erholungsgebiete. In ihnen verbinden sich die Belange der Erholung mit denen des Naturschutzes und der Landschaftspflege.
Die Ausweisung der genannten Naturräume als Naturparke wurde raumordnerisch positiv beurteilt. Die in Karte 3 "Landschaft und Erholung" zeichnerisch erläuternd dargestellten Abgrenzungen entsprechen im wesentlichen den Ergebnissen der Raumordnungsverfahren. Festgesetzt werden sie nach Art. 11 BayNatSchG. Die Bereiche, die die Voraussetzungen von Landschaftsschutzgebieten erfüllen, liegen innerhalb der Naturparke vornehmlich in den landschaftlichen Vorbehaltsgebieten. Aus ihnen sollen die Schutzzonen entwickelt werden.

Die Ausstattung der Naturparke mit Erholungseinrichtungen in der freien Landschaft soll sparsam erfolgen, um eine "Möblierung" zu vermeiden. Größere Freizeit- und Erholungseinrichtungen oder weitere Ausbaumaßnahmen sollen sich deshalb auf den Bereich der Erschließungszone unter Beachtung der Zielsetzungen eines Naturparks beschränken.

An der Erhaltung der vielfältigen Naturausstattung als ökologische Ausgleichsräume und der Erhaltung und Entwicklung der Erholungseignung müssen sich weitere Nutzungsansprüche und Maßnahmen orientieren, wenn nicht Sinn und Zweck der Naturparke in Frage gestellt werden sollen. Die Einzelheiten der Entwicklung und Pflege werden jeweils in einem Einrichtungsplan geregelt, für den die im Ziel aufgeführten Schutz-, Erhaltungs-, Pflege- und Entwicklungsziele grundsätzliche Vorgaben von überörtlicher Bedeutung sind.

Durch landschaftspflegerische Maßnahmen sollen die landschaftliche Vielfalt, seltene oder bedrohte Lebensstätten bzw. die ökologische Wirksamkeit als Ausgleichsraum erhalten oder wiederhergestellt und die damit verbundene Erholungswirksamkeit bewahrt oder verbessert werden.

Mit dem Abbau der Grenzanlagen zur Tschechischen Republik und entlang der ehemaligen deutsch/deutschen Grenze bietet sich nun die Möglichkeit für ein Zusammenwachsen bisher getrennter ökologischer Einheiten. Insbesondere durch das Zusammenwachsen des Naturparks Frankenwald und der Schutzzonen in Thüringen entsteht langfristig ein für die Leistungsfähigkeit oder Wiederherstellung des Naturhaushalts bedeutender, länderüberschreitender Naturpark Frankenwald-Thüringer Wald, der die Gesamtökologie des Raumes stärkt und eine hohe Erholungseignung bietet.
Darüber hinaus wird die Einrichtung eines grenzüberschreitenden Naturparks Fichtelgebirge (Smrciny) angeregt, zumal der angrenzende tschechische Bereich bereits den dortigen Namen für das Fichtelgebirge trägt.
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