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Regionalplan
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Begründung zu I. - Natur, Landschaft und Erholung
Zu 3.2  in der freien Landschaft
Zu 3.2.7 Die Kulturlandschaft spiegelt das Ergebnis der Wechselwirkung zwischen naturräumlicher Ausstattung und menschlicher Einflussnahme auf diese dar. Diese Jahrhunderte währenden Veränderungen haben in der Region Oberfranken-Ost die heute vorhandenen vielfältigen Kulturlandschaften entstehen lassen, welche identitätsstiftend wirken und von hoher touristischer Bedeutung sind. Sie stellen wertvolle Zeugen der kulturgeschichtlichen Entwicklung des Menschen und seiner Landschaft dar, gehören zum geistigen und kulturellen Erbe einer Region und tragen entscheidend zum Heimatgefühl der Bewohner bei. Aus diesem Grund sollen die Kulturlandschaften und Kulturlandschaftsteile der Region erhalten und bewahrt werden.

Einige Teile der Kulturlandschaft besitzen auf Grund historisch gewachsener Nutzungsformen hohe kulturhistorische Bedeutung. Sie sollen deshalb in ihrer charakteristischen Eigenart erhalten werden. In der Region Oberfranken-Ost fallen u. a. in diese Kategorie:

• die ehemaligen Weinleiten (= Reuten) bei Ködnitz,

• die Waldhufenfluren im Frankenwald,

• die Heckenlandschaften, z.B. des Bergfelds, bei Lanzendorf, Wonsees, Körbeldorf, Pegnitz oder Wunsiedel,

• die Parkanlagen der Schlösser, z.B. Eremitage, Sanspareil, Fantaisie,

• die Altstraßen und Alleen, z.B. bei Bindlach oder zwischen Alladorf und Sanspareil,

• die durch die Flößerei geprägten Gewässer des Frankenwaldes,

• Mittel- oder Niederwälder,

• die Streuobstwiesen um die Ortschaften der Frankenalbhochfläche,

• Radialfluren oder Radialhufensiedlungen,

• alte Bergbaulandschaften,

• Kreuzwege,

• die Hohlwege, u. a. bei Leimitz, Marktleuthen, Hollfeld, Wunsiedel (Katharinenberg),

• die Felsenkeller der Selb-Wunsiedler Hochfläche bei Weißenstadt,

• die Ackerterrassen, z.B. bei Schönbrunn/Breitenbrunn sowie

• die Hüllweiher der Albhochfläche.

Zusätzlich zu den o. g. Landschaftselementen bereichern oftmals einzelne Bauwerke oder Bauwerkensembles die Landschaft. Als Beispiele sind hier die Weißenstädter Keller oder die Scheunenreihe am Weißenstädter See, zahlreiche historische Ortskerne, Burgen, Ruinen, Kirchen und Schlösser (u. a. Thiersheim, Wernstein, Pottenstein) zu nennen. Sämtliche kulturhistorisch bedeutsamen Einzelbauwerke in Ortsrandlage und im Außenbereich sollen erhalten werden. Die Sichtbeziehungen zu markanten Objekten sowie deren Ansichten sollen gesichert werden, um die historisch begründete Eigenart dieser Gebiete durch bestehende und zukünftige Nutzungen nicht zu beeinträchtigen.

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