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Regionalplan
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Begründung zu I. - Natur und Landschaft
Zu 4.2.11 In der Region beträgt der Laubholzanteil nur 3,9 Prozent an der Gesamtwaldfläche, das sind 0,6 Prozent der Regionsfläche. Im Landesdurchschnitt liegt der Laubholzanteil dagegen bei 22 Prozent der Gesamtwaldfläche. Der Anteil der reinen Laubwaldflächen ist noch wesentlich niedriger. Da die ursprüngliche Bestockung der Region, außer in Gebieten über 800 m Seehöhe und reinen Nordlagen, insbesondere im Fichtelgebirge, im wesentlichen aus Laubwald bestanden hat, entspricht die heutige Bewaldung bis auf geringe Reste nicht mehr der potentiellen natürlichen Vegetation. Eine weitere Verringerung des Laubholzbestands und die damit verbundene Verfremdung des Landschaftsbildes müssen aus ökologischen Gründen und wegen der Erhaltung des typischen Landschaftsbildes unbedingt vermieden werden. Neben der ökologischen Wirkung durch neue oder verbesserte Lebensmöglichkeiten für Tierarten ist mit der Einbringung von Laubholz in Nadelholzforsten auch eine optische Bereicherung und damit eine Steigerung der Erholungswirksamkeit verbunden. Ein völliger Umbau in Mischwälder ist weder wirtschaftlich möglich noch waldbaulich rasch zu verwirklichen. Dennoch sollen langfristig alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, den Laubholzanteil beträchtlich zu erhöhen. Im Interesse eines größeren Laubholzanteils in den Wäldern müsste jedoch darauf hingewirkt werden, dass die Schalenwildbestände den ökologischen Gegebenheiten und landeskulturellen Erfordernissen angepasst werden, da die Begründung von Laub- und Mischwaldbeständen durch Verbissschäden, vor allem an Laubholz, erheblich erschwert wird.

Steilhänge, wie der Jurarand im Nahbereich Thurnau oder die Fränkische Linie in den Nahbereichen Bad Berneck i. Fichtelgebirge, Neuenmarkt/Wirsberg und Stadtsteinach, sind nicht nur weit einsehbar und damit von erheblichem Einfluss auf das Landschaftsbild, sie sind auch besonders anfällig für Bodenabtrag. Wegen des Landschaftsbildes und aus ökologischen Gründen sind deshalb ein naturnaher Waldaufbau und erhöhte Rücksichtnahme beim Wirtschaftswegebau besonders wichtig.

Für Erstaufforstungen werden bevorzugt extensiv oder nicht mehr genutzte Flächen herangezogen, die aber gerade wegen des geringen menschlichen Einflusses vielfach wertvolle und seltene Biotope darstellen. Durch die Erhaltung dieser vielfältigen Lebensräume wird einer Verarmung der Natur entgegengewirkt. Neuaufforstungen wurden vornehmlich in den Mittelbereichen Bayreuth, Hof, Kulmbach, Münchberg, Naila und Pegnitz durchgeführt. In diesen Gebieten, die einen großen Anteil an den bevorzugten Erholungslandschaften haben, kommt der Erhaltung eines abwechslungsreichen Landschaftsbildes und schützenswerter Biotope besondere Bedeutung zu.

Durch Aufforstung bisher als Wiese genutzter Flächen in den Tälern des Frankenwaldes, aber auch der Nördlichen Frankenalb, droht das charakteristische Landschaftsbild verloren zu gehen. In typischen Wiesentälern sollen deshalb keine Aufforstungen mehr vorgenommen werden.
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