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Regionalplan
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Begründung zu V. - Zentrale Orte

Begründung zu 2.2:
Unterzentren / Mögliche Mittelzentren

Zu 2.2.1 bis 2.2.5


Unterzentren bieten durch ihr größeres und vielfältigeres Angebot an zentralörtlichen Einrichtungen und Arbeitsplätzen eine qualifizierte Grundversorgung für ihren Nahbereich, teilweise auch für die Nahbereiche benachbarter Kleinzentren. Entsprechend ihrer unterschiedlichen Schwerpunktbildung und Größe bestehen erhebliche Ausstattungsunterschiede, die neben der in Arzberg, Hollfeld, Schwarzenbach a. d. Saale und Stadtsteinach notwendigen Sicherung der bisherigen Versorgungsfunktion in allen Unterzentren der Region auch einen weiteren Ausbau erfordern.

Besondere Bedeutung und Vorrang kommen dabei der Entwicklung des jeweils mehr als 25 km von den benachbarten Mittelzentren Forchheim, Lichtenfels, dem möglichen Oberzentrum Kulmbach und den Oberzentren Bayreuth und Bamberg entfernten möglichen Mittelzentrums Hollfeld zu.

Die Soll-Einrichtungen des Landesentwicklungsprogramms 1984 sind bisher nur im Unterzentrum Arzberg vollständig vorhanden. Die Büchereien in den Nahbereichen Schwarzenbach a. d. Saale und Stadtsteinach verfügen ebenfalls über umfangreiche Bestände, während im Nahbereich Bad Berneck i. Fichtelgebirge die Versorgung bisher erheblich unter dem Durchschnitt liegt und im möglichen Mittelzentrum Hollfeld im Zuge der laufenden Sanierung des Witthauerhauses eine Bücherei eingerichtet werden soll.
Für die langfristig vorgesehene Errichtung eines Freibads in Bad Berneck i. Fichtelgebirge sieht der Flächennutzungsplan einen Standort vor; im Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan Hollfeld sind alternativ Ersatzstandorte für das bestehende Freibad aufgeführt. An unterzentralen Kann-Einrichtungen sind in Hollfeld und Stadtsteinach Schulen vorhanden, die eine weiterführende Bildung vermitteln, in Schwarzenbach a. d. Saale auch eine Sondervolksschule. Außer in Arzberg bestehen Hallenbäder in allen Unterzentren der Region. Über Dreifachsporthallen verfügt das Unterzentrum Arzberg und das mögliche Mittelzentrum Hollfeld. Altenheime sind in Arzberg, Bad Berneck i. Fichtelgebirge und in Hollfeld vorhanden.

In Arzberg, Hollfeld, Schwarzenbach a. d. Saale und Stadtsteinach muss die Versorgungsinfrastruktur auf Dauer gesichert werden, da die unter 10000 liegende Einwohnerzahl im Nahbereich langfristig eine ausreichende Auslastung nicht gewährleistet, auch wenn in einzelnen Unterzentren die Einrichtungen durch Gäste und Besucher mitgenutzt werden.

In Hollfeld und Stadtsteinach wurden 1968 die nach dem Landesentwicklungsprogramm erforderlichen 7,5 Mio. DM Einzelhandelsumsatz in Ladengeschäften nicht erreicht. Auch nach neueren Zahlen unterschreitet das Unterzentrum Stadtsteinach weiterhin diesen Schwellenwert, während in Hollfeld seither eine erhebliche Umsatzsteigerung erfolgt ist. Dennoch liegen die Umsätze weiterhin absolut und pro Einwohner unter dem Durchschnitt der Unterzentren in der Region. Ein weiterer Ausbau wird auch erforderlich, da in Hollfeld nicht ausreichend auf weitere Einkaufsmöglichkeiten benachbarter zentraler Orte zurückgegriffen werden kann und in Stadtsteinach - trotz teilweiser Anrechnung von Werten des möglichen Oberzentrums Kulmbach - keine ausreichende Versorgung besteht. In beiden Zentren trägt der Ausbau des Dienstleistungsangebots im Einzelhandel auch zur Erhöhung der Fremdenverkehrsattraktivität bei.

Auch bei den Berufseinpendlern und den Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe erreichten und erreichen Hollfeld und Stadtsteinach die geforderten Schwellenwerte von 800 bzw. 900 nicht. Ein Ausgleich durch besser ausgestattete benachbarte zentrale Orte in zumutbarer Entfernung oder weitere Arbeitsplätze im Nahbereich ist in Hollfeld nicht, in Stadtsteinach nur zum Teil möglich. In beiden Zentren werden deshalb vor allem weitere Arbeitsplätze im Handel und im verarbeitenden Gewerbe angestrebt.

Das insgesamt gut mit nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsplätzen ausgestattete Unterzentrum Schwarzenbach a. d. Saale weist absolut und einwohnerbezogen nur unterdurchschnittlich viele Arbeitsplätze im Handwerk auf. Weitere Arbeitsplätze werden deshalb vor allem in diesem Bereich angestrebt. Die starke Konzentration der Beschäftigungsmöglichkeiten auf wenige dominierende Branchen ist besonders in Arzberg, Hollfeld und Stadtsteinach stark ausgeprägt. Bei strukturellen und konjunkturellen Veränderungen kann dies zu erheblichen Beschäftigungsproblemen führen. Während in Arzberg und in Stadtsteinach in zumutbarer Entfernung ausreichend Alternativen bestehen, ist dies in Hollfeld nicht der Fall. Zwar sind im Nahbereich acht Branchen vertreten, die dominierenden Wirtschaftsbereiche Bau und Ausbau sowie Holz, die beide stark von der Konjunktur in der Bauwirtschaft abhängig sind, verfügen aber über zwei Drittel der Arbeitsplätze, so dass eine Erweiterung der Branchenstruktur langfristig wünschenswert erscheint.

Die Entlastung der Versorgungs- und Siedlungskerne von Schwarzenbach a. d. Saale und von Stadtsteinach ist im Bundesfernstraßenbedarfsplan vorgesehen. Die Ortsumgehungen werden zur weiteren Entlastung und funktionalen Verbesserung der Ortskerne beitragen.

Trotz der durch die Grenzöffnung 1989 mit verursachten strukturellen Veränderungen in der Porzellanindustrie und dem damit verbundenen Rückgang an Arbeitsplätzen im vorwiegend industriell geprägten Arzberg, übertrifft die Stadt weiterhin deutlich die Einstufungskriterien für Unterzentren. Mit 2.994 nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsplätzen im vorwiegend industriell geprägten Arzberg, übertrifft die Stadt weiterhin deutlich die Einstufungskriterien für Unterzentren. Mit 2.994 nichtlandwirtschaftlichen Arbeitsplätzen im Jahr 1987 übertraf Arzberg sogar den im LEP 1994 festgelegten Mindestwert "nichtlandwirtschaftliche Arbeitsplätze" für mögliche Mittelzentren und näherte sich mit 31,6 Mio. DM auch dem entsprechenden Mindestwert "Einzelhandelumsatz 1984". Unter Berücksichtigung dessen, dass Arzberg vollständig über die unterzentralen Einrichtungen verfügt und einzelne zentralörtliche Einrichtungen von Mittelzentren wie Altenheim und Dreifachsporthalle vorhält, soll durch eine weitere Stärkung der unterzentralen Versorgungsaufgaben die Entwicklung des Unterzentrums Arzberg hin zum möglichen Mittelzentrum unterstützt werden. Dies um so mehr, als Arzberg, das einen Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf 2.178 zum 30.06.1993 hinnehmen musste, im ländlichen Teilraum liegt, dessen Entwicklung nachhaltig gestärkt werden soll. Außerdem nimmt das Unterzentrum im Rahmen der Euregio Egrensis verschiedene länderübergreifende Funktionen in unmittelbarer Nähe zu CR wahr. Da mögliche Mittelzentren neben den Funktionen von Unterzentren einzelne Funktionen von Mittelzentren, insbesondere im Bildungswesen, bei der gesundheitlichen Versorgung, im Einzelhandel und bei der Bereitstellung von Arbeitsplätzen wahrnehmen sollen, soll Arzberg vor allem in den Bereichen, wo ein Nachholbedarf besteht, unterstützt werden. Damit die zentralörtliche Versorgungsfunktion Arzbergs und ihre Entwicklung hin zum möglichen Mittelzentrum im Osten des Mittelbereichs Marktredwitz/Wunsiedel voll zum Tragen kommen kann, wäre allerdings die Verbesserung des bislang unzureichenden ÖPNV sowohl auf der Schiene, als auch auf der Straße erforderlich. Außerdem kann eine Entlastung der Innenstadt vom grenznahen Durchgangsverkehr die Bedeutung der Stadt als Versorgungsschwerpunkt stärken.

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