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Bahnlinie Selb-Asch wird bis Ende 2013 reaktiviert

Eine gute Nachricht für das weitere Zusammenwachsen zwischen Bayern und Böhmen: Die Bahnlinie zwischen Selb-Plößberg und dem tschechischen Asch wird gebaut und soll optimalerweise im Dezember 2013 in Betrieb genommen werden. Dies ist das Ergebnis eines letzten Arbeitstreffens des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-Ost mit Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und der Deutschen Bahn AG sowie den Bürgermeistern und Landräten der an die Linie Hof – Selb angrenzenden Gebietskörperschaften. Demnach kann der regionale Eigenanteil an der Gesamtfinanzierung von 760.000 EUR erbracht werden. Mit dem Bau der Linie wird es zukünftig z.B. möglich sein, innerhalb von gut einer Stunde von Hof nach Eger zu reisen. Zusätzlich bieten sich in Cheb/Eger weitere gute Anschlüsse nach Karlsbad, Marienbad, Pilsen, Nürnberg oder Prag.

Bereits zum Anfang des Treffens machte Stefan Schell vom Bayerischen Verkehrsministerium deutlich, dass Bayern vorbehaltlos hinter dem Projekt steht: „Die Verbindungen nach Ost-Europa sind der Bayerischen Staatsregierung besonders wichtig. Sie haben neben der verkehrlichen und wirtschaftlichen auch eine große außenpolitische Bedeutung.“ Insgesamt kostet das Bahnprojekt, bei dem 6,9 km ehemalige Strecke (davon 1,9 km auf tschechischem Boden) reaktiviert werden müssen, rund 9,5 Millionen Euro.

Finanzierung
Der große Teil davon kann wie erhofft durch Bundes- und EU-Mittel abgedeckt werden. Um die Beteiligung am Eigenanteil der Region von insgesamt 760.000 EUR gab es bis zuletzt Diskussionen. Nun ist auch dieser gesichert. Der Landkreis Wunsiedel beteiligt sich mit 250.000 EUR an dem Projekt, Stadt und Landkreis Hof jeweils mit 200.000 EUR. Der Rest wird durch Beiträge von Rehau (80.000 EUR) und Schönwald (30.000 EUR) abgedeckt. Nicht beteiligt am Projekt hat sich stattdessen die ebenfalls angrenzende  Marktgemeinde Oberkotzau. Auch der Stadtrat in Selb, auf dessen Territorium der zu reaktivierende Teil der Strecke liegt, hat seine Zustimmung gegeben. Selb ist nun für den Bau von Parkplätzen in Selb-Plößberg und für die Deckung von 50% der Kosten bei der Erneuerung der Eisenbahnbrücke in Wildenau verantwortlich. Für beide Maßnahmen hat der Freistaat Bayern eine Förderung in Aussicht gestellt.

Tschechen ziehen mit
Auch die tschechischen Partner haben sich nicht nur immer wieder zur Reaktivierung der Linie bekannt, sondern wollen auch ganz konkret Gelder im staatlichen Infrastrukturfonds bereit stellen. Zudem wird bereits derzeit im tschechischen Asch ein elektronisches Stellwerk durch den Betreiber SZDC errichtet.

Baumaßnahmen auf deutscher Seite
Auf deutscher Seite waren für die 5 km lange Strecke diverse, zum Teil langwierige Diskussionspunkte zu klären, was nun im Ergebnis aber erfolgreich war.

Die Reaktivierung wird auf dem Gebiet des Freistaats Bayern folgende Maßnahmen umfassen:

- Wiederertüchtigung der Strecke für 70 km/h Höchstgeschwindigkeit

- Bau einer Brücke über die Ortsumgehung Erkersreuth

- Aufweitung der Eisenbahnüberführung Wildenau

- technische Sicherung von drei stark frequentierten Übergängen

- Beseitigung von 5 schwach frequentierten Übergängen, ersatzweise Bau von Parallelwegen durch die Deutsche Bahn AG.

- Umbau des Bahnhofs Selb-Plößberg mit neuem Bahnsteig und neuer Signaltechnik

Fahrplankonzept
Die zukünftige Strecke soll voraussichtlich durch den privaten Bahnbetreiber Agilis betrieben werden. Das Unternehmen hatte 2008 das Wettbewerbsprojekt „Dieselnetz Oberfranken“ gewonnen, welches auch die Linie Hof-Selb /Stadt umfasst, und bedient die Strecke seit Juni 2011 für 12 Jahre. Agilis wäre bereit, nun auch den zukünftigen Streckenast nach Tschechien zu bedienen. Der Freistaat Bayern ist bereit, einen Stundentakt auf der Reaktivierungsstrecke auf bayerischem Boden zu bestellen. Die Bestellung ab der Staatsgrenze wird der Bezirk Karlsbad übernehmen. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat deshalb nun folgendes Fahrplankonzept vorgeschlagen: Zwischen Hof und Selb-Plößberg sollen zwei Zugteile verkehren. In Selb-Plößberg wird der Zug dann geteilt – ein Teil fährt weiter nach Selb Stadt, der andere fährt nach Tschechien. In der Gegenrichting werden die beiden Zugteile dann in Selb-Plößberg wieder vereinigt. 

Fahrgastpotenzial mit Demographiefaktor
Eine vom Freistaat in Auftrag gegebene Potenzialanalyse ergab, dass täglich mit 1068 bis 1732 Reisenden auf der Bahnstrecke Selb-Asch gerechnet werden kann. Dabei handelt es sich um eine Prognose für das Jahr 2025, in die auch bereits der erwartete Bevölkerungsrückgang in Oberfranken mit eingerechnet ist.

Der Vorsitzende des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-Ost, Hofs Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner äußerte sich zufrieden: „Dass wir der Strecke Hof-Eger nach vielen Jahren nun wieder neues Leben verleihen können, ist nur durch die große hochfränkische Solidarität möglich geworden. Im Ergebnis wird deutlich: Mit dieser Entscheidung haben Bayern und Böhmen wieder ein Stück mehr zueinander gefunden. Im Jahr 2015 kann nun die Bahnlinie ihren 150. Geburtstag mit einem intakten Pendelverkehr feiern.“